Zuschrift: Medien und Militär

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Ein negatives Beispiel war “COONA 20”. Zum tadellosen Grenz-Einsatz wurde kaum berichtet .Dafür wurden einzelne Mängel im Kräfteansatz der Spit Bat ausgewalzt.

 

Nicht alle Schweizer Medien berichten wenigstens einigermassen sachlich über die Armee. Wenn die GSoA, der Zivi-Verband Civiva, die Grünen und die Armeeabschaffer in der SP ihre Kampagnen lancieren, sind mehrere nationale Redaktionen nie weit. Zum Spannungsfeld “Medien und Militär” erhalten wir oft Zuschriften. In den folgenden Zeilen berichtet ein Zürcher Offizier über sein Gespräch mit einem bekannten Politiker – mit ernüchternder Konsequenz. Es folgt die Zuschrift im Wortlaut:

 

“Ich habe gestern ein interessantes Gespräch mit einem bekannten eidgenössischen Parlamentarier geführt. Eines der Themen drehte sich um die Medien, deren Kampagnen gegen die Armee, jetzt wieder gegen den F-35, und um den Umgang von Parlamentariern mit Journalisten.

“Angesprochen darauf, weshalb sich so viele, wenn nicht die meisten Parlamentarier nicht beherzter gegen fragwürdige, undifferenzierte, oberflächliche, einseitige, unterstellende und/oder faktenlose oder faktenfalsche Fragen von Journalisten wehrten bzw solche korrigierten und/oder sogar zurückwiesen, reagierte der erfahrene Mann mit einer ernüchternden Feststellung. Eine solche Reaktion seitens eines Parlamentariers, gerade pro Armee, bedeute den Todesstoss für Medienauftritte, will sagen, dieser Journalist oder diese Journalistin würde den betreffenden Parlamentarier kaum mehr je für ein Interview angehen. Die Medienvertreter scheuten solche Interviewpartner.

  • Ich habe ein gewisses, wenn auch nicht grosses Verständnis für diese Reaktion eines Politikers. Ich habe aber null Verständnis für die Medienvertreter, die offenbar auf solche berechtigten Reaktionen ihres Interviewpartners mimosenhaft reagieren und nicht in der Lage sind, auf diese einzugehen.
  • Dazu scheint ihr Ego viel zu ausgeprägt oder sie sind ganz schlicht zu bequem, gehen lieber den Weg des geringsten Widerstandes. Viele Journalisten leisten keinen Militärdienst und haben Vorurteile gegen die Armee. Sie ziehen es vor, lieber andere zu kritisieren, als dass sie an sich selber zu arbeiten bereit, fähig und willens sind. Sie könnten Grösse und Stärke beweisen, wenn sie bereit wären, ihre eigene Fragestellung selbstkritisch zu hinterfragen, etwas zu lernen. Tun sie aber meist nicht, dazu fehlt vielen das nötige Format.
  • Oft sind die Erwartungen der Journalisten auch unfair und überrissen, zum Beispiel dann, wenn sie wenige Minuten nach Erscheinen eines Dokumentes bereits eine Stellungnahme durch einen Politiker erwarten und – schlimmer noch – dieser oder diese so tut, als ob sie/er sich wirklich bereits eine seriöse Meinung hätte bilden können (geschweige denn, das Dokument wirklich gelesen hat, was zum Beispiel in komplexen Armeeangelegenheiten unabdingbar ist).
  • Das sind unverantwortliche und wenig glaubwürdige Verhaltensmuster. Der Journalismus rechtfertigt diese Vorgehensweise stets mit dem gleichen abgedroschenen Argument, nämlich jenem, die Leser, die Zuschauer, die Zuhörer wollten dies so bzw «hätten Anspruch darauf». Nein, der Journalismus hätte viel mehr die Verantwortung, seiner Klientele klar zu machen, dass der Politiker den Anspruch und das Recht hat, Dokumente zuerst zu lesen, bevor er spricht.
  • Wenn sich heute ein Politiker dieses Recht herausnimmt, wird er von dieser Medienschar gleich mit «war nicht erreichbar», «konnte nicht», usw. disqualifiziert. Das ist in höchstem Masse unfair.

Eine wahrlich traurige Erkenntnis und einmal mehr kein Ruhmesblatt für viele unserer Medien, denn starke Journalisten könnten auch mit unbequemen Interviewpartnern umgehen, auch wenn die Redaktoren gegen die Armee eingestellt sind.

Und umgekehrt, so scheint mir, könnte ein starker – dies ist die Voraussetzung – Parlamentarier sich diesen Umgang mit Medienvertretern durchaus leisten, ohne dass er deswegen gleich von diesen «kaltgestellt» wird. Es gibt einige wenige Beispiele in der Geschichte der schweizerischen Politik, wo dies sehr wohl funktioniert hat (so Hubacher, Bodenmann, Furgler, Blocher, Friedrich). Letztlich wäre dies ein Gewinn für die Sache.”