Zivis im geführten Einsatz? Ein Hohn!

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MP Gren Kp. “Wer kommt in den Corona-Einsatz? Handhoch!” (mpbat3).

Ausgerechnet aus der rechtesten Ecke der früheren, längst verflossenen Armee kommt die Idee, jetzt auch Zivis einzusetzen. Dabei ist zu bedenken:

  • Der leider immer noch wachsende Bestand der Zivis ist ein amorpher Haufen.
  • Jahrtausende Erfahrung aus Diensten in Zeiten der Not beweist: Wer Not bewältigen muss, bedarf einer geführten, strukturierten, gebündelt motivierten Truppe – nicht einer ungeordneten Ballung von Einzelgängern.

Siehe auch > 5‘000 Soldaten — 185 Zivis und Zuschrift: Zivis missbrauchen Motorfahrer-RS

  • Genau das aber sind die Zivis. Ihr Bestand von über 60’000 ist nicht so strukturiert, dass er einen flächendeckenden Auftrag über längere Zeit erfüllen könnte; und den Zivis fehlt die dringend nötige Verbandsausbildung.

Müssiggang contra Disziplin 

  • Zudem pflegen Zivis verglichen mit den Soldaten das, was man im Volksmund den Müssiggang nennt.

Zivis, 15 Uhr, am idyllischen Seerhein im Ausflugrestaurant Kuhhorn (Bild fo).

  • Der Korrespondent Andreas Hess hat eine Brockenstube am Zürichsee unter die Lupe genommen: “Antreten” gegen 9 Uhr, Znünipause, längere Mittagspause, Feierabend gegen 16.30 Uhr, vorher noch, wie Hess anmerkt: “die grosse Gefahr, der Zivi holt die Werbetafel von der Strasse.” Dann heim zu Muttern, gemütlicher Freizeitabend, Schlafen im eigenen Bett, Morgenessen bei Muttern, der Kost und Logis vom Bund noch entschädigt wird!
  • Demgegenüber sieht der Alltag des viel disziplinierteren, viel straffer geführten Soldaten so aus: 5.30 Uhr Tagwache, Morgenessen, spätestens 7 Uhr Antrittsverlesen, harte Ausbildung oder anspruchsvoller Einsatz, oft bis 22 oder 23 Uhr, Retablieren, Schlafen.
  • Es ist denkbar, dass Zivis als Individualisten, als Einzelpersonen, irgendwo in der Schweiz irgendjemandem einen Dienst erweisen.
  • Aber öffentlich vorzuschlagen, Zivis könnten in einer straff geführten Formation, die auch als Verband ausgebildet und zu längerem, strengem Verbandseinsatz aufgeboten wird, einen Dienst versehen, das ist weltfremd – das zeugt von geringer Kenntnis der Schweizer Realität.