Zeichen der Zuversicht

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Zeichnung von Deborah Keller.

Wir danken Hptm Asg Sabine Herold, ev. Pfarrerin in Wohlen AG, herzlich für ihr Zeichen der Zuversicht.

Gebet 

Niemand 

keiner 

nichts 

ist so wie du, Gott! 

Du bist 

heilig, einzig, 

einzigartig, 

ganz, echt – 

du bist Gott! 

Du bist ein Fels. 

Auf dich ist 

felsenfest Verlass – 

immer! 

Du bleibst. 

Du hältst, was du versprichst. 

Du hältst – 

auch mich! 

Auch wenn 

die Stürme toben, 

wenn die Angst droht, 

wenn der Zweifel nagt. 

Du hältst dennoch. 

Du bietest wie ein Fels 

Zuflucht 

Schutz 

Sicherheit. 

Du bist mein Zufluchtsort. 

Bei dir berge ich mich, 

du mein Fels. 

AMEN 

© Sabine Herold (9.5.2021) 

Auf nichts ist so felsenfest Verlass wie auf IHN, unseren Gott! 

Dieser Lobpreis kommt aus dem Mund von einer Mutter: Hanna, der Mutter des Propheten Samuel. Hanna hatte menschlich gesehen viele Jahre lang wenig Grund Gott zu loben. 

Sie war zwar verheiratet, und ihr Mann Elkana liebte sie sehr, aber sie hatte keine Kinder. Darunter litt Hanna enorm, waren doch Kinder einer der Lebensinhalte einer Frau zur damaligen Zeit, und Kinderlosigkeit galt als Schande. Doch dies war nicht ihr einziges Leiden. Elkana hatte noch eine zweite Frau, die im Gegensatz zu Hanna Kinder hatte und die sich daran ergötzte, Hanna das Leben schwer zu machen, indem sie sie kränkte und reizte. Da half ihr die Liebe ihres Mannes nur begrenzt… 

Besonders schlimm war die Situation, wenn die Familie jährlich zum Heiligtum nach Silo reiste, um dem HERRN Opfer zu bringen. Lange Zeit vor Jerusalem war Silo Hauptstadt der Isareliten und Sitz der Stiftshütte mit der Bundeslade. 

Als Elkana wieder einmal mit seiner Familie nach Silo reiste, hielt Hanna es nicht mehr aus. Sie ging zum Eingang des Heiligtums, wo der Priester Eli sass. Hanna war sehr traurig und wandte sich in ihrer Not an Gott. Sie weinte und betete, schüttete vor Gott ihr Herz aus und legte ein Gelübde ab. Sie bat Gott um einen Sohn und versprach, diesen Gott für seinen Dienst zu weihen. 

Bevor Hanna wieder zu ihrem Mann zurückging, gab Eli ihr das Wort mit: «Geh hin mit Frieden; der Gott Israels wird dir die Bitte erfüllen, die du an ihn gerichtet hast.» (1. Sam 1,17) 

Gott schenkt Hanna diesen Sohn, den sie erbeten hat. Hanna nennt ihn Samuel, was «von Gott erhört» bedeutet. Hanna selbst ist einen inneren Weg von der Gebeugten zur Begnadigten gegangen, wie es ihr Name sagt. Gott hat ihren Demütigungen ein Ende gesetzt und sie mit einem Kind beschenkt. 

Als Samuel im Alter von etwa drei Jahren entwöhnt ist, bringt ihn seine Mutter zur Stiftshütte, damit er Gott dient und von Eli lernen kann. Hanna sagt zu Eli: «Um diesen Knaben bat ich. Nun hat der HERR mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet hatte. Darum gebe ich ihn dem HERRN wieder sein Leben lang, weil er vom HERRN erbeten ist.» (1.Sam 1,27.28) 

Dies ist für uns heute vermutlich nur schwer nachvollziehbar. Wie kann eine Mutter ein so kleines Kind weggeben? Was tut Hanna da? 

Hanna löst ihr Versprechen ein, welches sie Gott gab. So wie Gott sie in ihrer Verzweiflung erhörte und ihre Bitte erfüllte, hält sie nun auch ihr Wort. Und sie weiss, dass Samuel Gott gehört und an den Ort, wo Gott ist – ins Haus Gottes. Vielleicht kommt uns da der zwölfjährige Jesus in den Sinn, der genau wusste, wo er hingehörte: zu Gott, in Gottes Haus und Gegenwart (vgl. Lukas 2,42-52). 

Hanna hat persönlich die Erfahrung gemacht, dass Beten etwas nützt. Sie hat ihre ganze Hoffnung auf Gott gesetzt, obwohl es nichts mehr zu hoffen gab. Sie hat sich an Gott festgehalten, ist in ihrer Not und Verzweiflung zu ihm geflohen und hat ihn als sicheren, vertrauenswürdigen, absolut verlässlichen Felsen erfahren. Obwohl sie sogar vom Priester Eli zunächst eine Abfuhr bekam und von ihm zurechtgewiesen wurde, hielt sie dennoch weiterhin an Gott fest. Dies wird für sie zum Segen (nachzulesen in 1. Samuel 1) 

Hanna lobt und preist Gott und kann von Herzen bekennen: Es ist niemand heilig wie der HERR, ausser dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist. Auf nichts ist so felsenfest Verlass wie auf ihn, unseren Gott. (1. Sam 2,2) Hanna redet über Gott, aber sie spricht auch persönlich mit Gott (ausser dir ist keiner). 

Heilig bedeutet besonders, alles, was von der göttlichen Macht erfüllt ist. Es beschreibt Ganzheit und meint von Heil erfüllt. Genau das ist der Grund, warum Hanna diesen Gott als absolut verlässlich und sicher beschreibt. Niemand ist wie Gott. Er ist einzig, einmalig und unvergleichlich. Er allein ist mächtig und fähig ein Menschenschicksal zu wenden. So erlebt es Hanna an ihrem eigenen Leib. 

Und was meint sie mit Gott als Fels bzw. Felsblock? Ein Fels symbolisiert Härte, Festigkeit und Zuverlässigkeit. Ein Fels gibt sicheren Boden und hält Stürmen stand. Felsen dienen auch als Verstecke und schützende Zufluchtsorte, die Sicherheit geben und vor Feinden schützen. Gott als Fels bietet absolute Sicherheit, er schenkt Geborgenheit, auf ihn ist 100% Verlass. So kann die betende Person diesem Gott zuversichtlich vertrauen und sich in aller Not an ihn wenden und bei ihm Zuflucht suchen. 

Mit ihrem Lobpreis und Gebet lädt Hanna uns alle ein, uns Gott, dem sicheren Felsen, anzuvertrauen und alle Hoffnung auf ihn zu setzen! 

Sabine Herold