Zeichen der Zuversicht, mehr denn je

Standard

 

Zeichnung von Deborah Keller.

 

Die Redaktion dankt Hptm Asg Sabine Herold, ev. Pfarrerin in Wohlen AG, für ihr neues Zeichen der Ermutigung.

Gebet 

GOTT, 

ich lasse die Freude ein: 

in mein Herz, 

in meine Sinne, 

in mein Leben. 

Die Freude an dir, Gott. 

Die Freude, weil du mich liebst. 

Die Freude, weil ich zu dir gehöre. 

Die Freude, weil du für mich da bist – immer! 

Gott, 

IMMER hast du Zeit und ein offenes Ohr 

für meine Fragen, für meine Themen, für meine Bitten. 

Darum wende ich mich an dich: 

ununterbrochen 

unaufhörlich 

unverzüglich… 

Wer sonst hört wie du? 

Wer sonst versteht? 

Wer sonst erkennt mich ganz? 

Gott, 

ich will dir DANKEN! 

Immer gibt es Grund zu danken, 

in jeder Lebenslage: 

für dich und deine Gegenwart, 

für deine Fürsorge und Hilfe, 

für deinen Schutz und dein Wort, 

für Menschen und Dinge, 

für Situationen und Umstände, 

für… 

Immer gibst du deinen Kindern gute Gaben. 

Das will ich wahrnehmen 

und mich von Herzen freuen. 

Du machst es möglich. 

AMEN 

© Sabine Herold (6.6.2021) 

 

Wann und worüber freue ich mich? 

Wann und wie oft bete ich? 

Wofür bin ich dankbar und danke auch Gott dafür? 

Nein, dies sind keine Kontrollfragen. Sie wollen auch nicht mit erhobenem Zeigefinger mahnen, was ich tun muss. Diese Fragen kommen mir in den Sinn, wenn ich den Text von Paulus lese, den er an die Gemeinde in Thessalonich richtet. 

Der erste Thessalonicher-Brief ist vermutlich einer der ersten Briefe, die Paulus überhaupt geschrieben hat bzw. schreiben liess. 

In Apostelgeschichte 17 wird berichtet, wie Paulus zusammen mit Silas nach Thessalonich reist und das Evangelium verkündigt. Juden und Christen kommen zum Glauben an Jesus und gründen die erste Gemeinde. Doch dies weckt auch Misstrauen und es entstehen falsche Gerüchte, die dazu führen, dass die Christen verfolgt werden, weil sie als politische Feinde betrachtet werden. 

Später schickt Paulus seinen Mitarbeiter Timotheus, um nach der Gemeinde zu sehen, um sie zu unterstützen und zu ermutigen. Voller Freude stellt er fest: Die Menschen in der Gemeinde sind Jesus treu geblieben, sie sind voller Liebe für Gott und ihre Nächsten. 

Die Gemeinde ist sehr jung. Viele Fragen sind offen und beschäftigen die Menschen, wie z.B. die Auferstehung der Toten, die Ehe, der Antichrist, das Wiederkommen Jesu… 

In der Hoffnung und Vorfreude auf die Wiederkunft Jesu sollen die Christinnen und Christen im Hier und Jetzt leben, so als wäre Jesus schon da. Paulus ermutigt: «Wir aber… wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil… Darum ermahnt euch untereinander, und einer erbaue den anderen…» (1. Thessalonicher 5,8.11) 

Paulus lädt zu diesem Dennoch des Glaubens ein, zur Hoffnung, die trotz allem an Jesus festhält, die ganz auf Gott ausgerichtet ist und die der Freude, dem Gebet und dem Dank Raum gibt. Diese Einladung gilt auch uns, dennoch zu hoffen, und auf das ausgerichtet zu sein, worüber wir uns noch immer freuen und wofür wir danken können. Und das Gebet stärkt das Durchhaltevermögen im Glauben. 

2.Thess 5,18 gehört zu einem Abschnitt, in dem Paulus den Thessalonichern drei praktische Tipps für den Alltag und das Gemeindeleben gibt: 16 Freut euch allezeit! 17 Betet unablässig! 18 Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. (Elberfelder Bibel) 

Einerseits gibt Paulus Empfehlungen, was sie wie tun sollen, andererseits, was sie nicht tun sollen (V.19-22). Er beginnt mit dem, worin sie sich üben sollen: Freude, Gebet, Dank. 

Kann man sich immer und allezeit freuen? Es geht hier nicht um ein oberflächliches Freuden-Gefühl, das ebenso schnell verschwindet, wie es gekommen ist. Nein, es geht um eine tiefe Zufriedenheit, die mit Liebe zu tun hat. Nicht wegen verschiedener Umstände sollen sich die Christinnen und Christen freuen, sondern der Grund ihrer Freude ist die Liebe Gottes, dass sie bei Gott willkommen sind und zu ihm gehören. Ihr Glück liegt in Gott. Er ist die Ursache ihrer Lebensfreude. 

Kann man unaufhörlich und ununterbrochen beten? Paulus macht der Gemeinde Mut: Ihr dürft euch jederzeit an Gott wenden, ihn bitten, anbeten und anflehen. Er hört euch immer. Er ist immer für euch da! 

Und wie soll das gehen, in allem ‘Dank zu sagen’? Weil es in jeder Situation und Lebenslage immer etwas gibt, das Geschenk von Gott ist. Paulus ermutigt dazu achtsam und wachsam zu bleiben und mit offenen Augen durch den Alltag zu gehen. 

Diese drei Tipps unterstreicht Paulus nochmals extra, indem er betont, dass dies Gottes Wille ist. Warum sollte Gott dies wollen? Wäre es nicht eher angebracht in Problemen und Schwierigkeiten, bei Druck und in Bedrohungen nur noch für sich selbst zu schauen? Das ist menschlich. 

Gott will, dass wir uns auf unseren Ursprung besinnen: Auf ihn und seine Liebe, dass wir zu ihm gehören, dass er immer für uns da ist und uns hört, dass er immer etwas Gutes für uns bereithält. Darum: 

Freut euch, was auch immer geschieht! Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen! Dankt Gott in jeder Lage! Das ist es, was er von euch will und was er euch durch Jesus Christus möglich gemacht hat.  

Sabine Herold