Zeichen der Zuversicht

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Zeichnung von Deborah Keller.

 

Die Redaktion dankt Hptm Asg Sabine Herold, ev. Pfarrerin in Wohlen AG, herzlich für ihr neues Zeichen der Ermutigung.

 

Gebet 

Und wieder 

bin ich auf der 

grossen Suche 

nach DEM 

Lebensglück. 

Kein Mensch 

gibt bleibend 

wonach das Innerste sich sehnt. 

Kein Ding 

erfüllt mir ganz 

die Leere meines Herzens. 

Ich schaue hier 

und suche dort 

und bleibe leer 

an jedem Ort. 

Und wieder merke ich: 

Ohne DICH fehlt Leben, Sinn und Fülle. 

Das Glück zieht ein, wo du, Gott, wohnst. 

Das Herz wird voll, wo du beschenkst. 

Zufriedenheit lacht voller Freude, 

wo du zur Seite stehst und lenkst. 

Gott, DU BIST 

alles, was ich brauche 

alles, was ich habe 

alles, was mir bleibt. 

DU BIST immer da und stehst zu mir. 

Unter deinem Blick 

lebe ich auf, geht es mir gut. 

DU erfüllst mein Herz mit Freude – 

DU machst mir wieder Mut! 

AMEN 

© Sabine Herold (30.5.2021) 

Jeder Mensch will im Grunde seines Herzens glücklich sein und sucht in seinem Leben Erfüllung und Glück. Wir Menschen sind unterwegs mit unserer Sehnsucht, immer auf der Suche, doch bleiben wir oft leer. Und gerade in Krisen, Herausforderungen und Schwierigkeiten stellt sich die Frage, worauf wir denn hoffen sollen, worüber und worauf wir uns noch freuen können. 

Während ich dies schreibe, wird mir bewusst, dass ich ja immer wieder dieses Thema anspreche. Ist dies vor allem mein eigener Wunsch? 

Ja, bestimmt, aber zugleich geht es um die tieferliegende Suche und Lebens-Sehnsucht von uns allen. 

Wer wünscht sich nicht «Freude die Fülle»? Ein erfülltes, sinnvolles, angenehmes Leben, in dem Freude und Fröhlichkeit überwiegen, in dem herzlich gelacht wird, und wo Zufriedenheit die Lebensräume ausfüllt – wo niemand und nichts diese Freude trüben kann… 

Wer sehnt sich nicht nach Glück, Erfüllung und Zufriedenheit sowie nach wunderbaren und bleibenden Segensgaben? 

Äusserlich gesehen können wir uns in Europa zu den glücklichen Menschen zählen, denen es im Vergleich zu anderen noch sehr gut geht. Doch sind wir wirklich glücklich und zufrieden? Warum eigentlich, oder warum nicht? 

Wieder einmal stammt das Bibelwort aus einem Psalm von David, dem die meisten der 150 Psalmen zugeschrieben werden. Und wenn wir Davids Leben betrachten, das manchmal so idyllisch und sorglos dargestellt wird, dann merken wir schnell, wie schwierig und mühsam sein Lebensweg in Wirklichkeit oft war. Meistens konnte David rein menschlich gesehen an seinen Umständen nichts ändern. Auch wir können nicht alles ändern oder beeinflussen – ausser uns selbst… 

David erlebte durch andere Menschen Ablehnung, Missgunst, Neid, Angriffe, Verfolgung, Mordabsichten… Immer wieder gab es Missverständnisse. David musste fliehen, hatte keinen irdischen Ort, an dem er friedlich daheim sein und sich in Sicherheit wägen konnte. 

Darum hat David schon früh gelernt, sein Zuhause nicht in dieser Welt zu suchen, sondern beim HERRN, seinem Gott. In diesem Psalm 16 spricht David mit Gott und bekennt ihm, dass er Gott voll und ganz vertraut, dass der HERR sein höchstes und kostbarstes Gut ist, dass er den HERRN allezeit vor Augen hat, dass Gott ihm zur Seite steht. 

David erkennt seine wahre Heimat bei Gott, in Gottes Nähe. Er weiss zutiefst, dass echte Freude in der Gegenwart Gottes entsteht: weil Gott da ist, weil er weiss und versteht, weil er mitgeht, weil er ihm begleitend und schützend zur Seite steht. 

Das Glück beginnt für David in Gottes Gegenwart. Er sucht Gottes Angesicht und Nähe und macht sich bewusst, dass Gott immer bei ihm ist. Dies gibt ihm Kraft, Hoffnung, Mut, Ausdauer und beschenkt ihn bleibend. Diese Erfahrung ist kein Glück von kurzer Dauer, das mal schnell vorbeischaut und sich wieder verflüchtigt. Nein, bei Gott ist für David die Quelle der Freude, die Quelle und Fülle des Lebens! 

Hier tankt David auf. Hier wird er beschenkt. Hier bekommt er genug. Hier wird er satt. Sein Hunger und Durst, seine Sehnsucht werden voll und ganz gestillt. 

In Gottes Nähe und Gegenwart bekommt David auch neue Wegweisung. Er kann sich neu ausrichten und orientieren. Bei Gott kommt er zur Ruhe und wird empfänglich für Gottes Stimme und Reden. Und Gott spricht tatsächlich. Er lässt ihn wissen und teilt ihm mit, was er für sein Leben möchte. Gott lässt David den weiteren Weg erkennen und kommt selbst mit, um ihn zu führen und zu begleiten. 

Wo David nicht mehr weiter weiss, zeigt Gott ihm Auswege und Möglichkeiten, auf welche Art und Weise er die nächsten Schritte gehen soll und wie sein Leben gelingen kann. 

Kein Wunder, dass David in Vers 8 bekennt: Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; er steht mir zur Rechten, so wanke ich nicht. 

Und schliesslich zitiert der Apostel Petrus diese Worte von David aus Psalm 16 in seiner Pfingstpredigt und deutet sie auf den Messias Jesus (Apg 2,25-28). Zugleich lädt er die Anwesenden und auch uns heute zum selben Bekenntnis ein (V.28): Du hast mir den Weg gezeigt, der zum Leben führt, und dass ich in deiner Nähe sein darf, erfüllt mich mit Freude. 

Gott ist bereit. Er bietet seine Hand. Er will uns zur Seite stehen und uns den Weg zeigen, der zum Leben führt. Er will uns auch begleiten und leiten. Was hindert uns noch, Gottes Hand zu ergreifen und mit ihm ins Leben zu gehen? 

Sabine Herold