Zeichen der Zuversicht  

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Die Redaktion dankt Hptm Asg Sabine Herold, ev. Pfarrerin in Wohlen/AG, herzlich für ihr Zeichen der Zuversicht.

Gebet 

Gott, ich bitte dich: 

Gib mir Weisheit von oben, 

Weisheit von dir, 

Lebens-Weisheit, 

Erkenntnis und Durchblick, 

Achtsamkeit und Einsicht. 

Gott, ich bitte dich: 

Gib mir ein hörendes, gehorsames Herz, 

das sich auf dich ausrichtet, 

das sich an deinem Wort orientiert, 

das dir folgt, das dich sucht… 

… und dich findet. 

Gott, ich bitte dich: 

Gib mir hörende Ohren und sehende Augen, 

gib mir wache Sinne und weise Gedanken, 

gib mir wahre Worte und reine Blicke. 

Gott, ich bitte dich: 

Gib mir Weisheit von dir 

in meinem Denken und Entscheiden, 

in meinem Reden und Schweigen, 

in meinem Tun und Lassen, 

in meinem Kommen und Gehen – 

für meinen Lebensweg. 

Gott, ich bitte dich: 

Leite und begleite Du mich. 

Gott, ich gebe mich DIR – 

DIR schenke ich mein Herz. 

AMEN 

© Sabine Herold (22. Mai 2022) 

Das Buch der Sprüche ist eine Sammlung von Gleichnisreden und Weisheitssprüchen, die vor allem König Salomo zugeschrieben werden (vgl. 1. Könige 5,9-14). In diesen Sprüchen unterweist die Weisheit Gottes die Gläubigen, wie sie reden, handeln, leben können, damit es Gott gefällt. Es geht dabei nicht um die Erfüllung und Umsetzung von einem Verhaltenskatalog, sondern um die richtige Herzenshaltung: Gottesfurcht, Einsicht, Gehorsam… «Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit» (9,10; vgl. 1,7). 

Der erste Teil der Sprüche hat im Buch eine besondere Stellung (Kap. 1-9); denn hier redet und offenbart sich mehrfach die Weisheit Gottes persönlich (vgl. 1,20-33; Kap. 8). Möglicherweise wird auf Gottes Sohn bzw. den Messias hingewiesen, der im Neuen Testament von Paulus als Gottes Weisheit bezeichnet wird (1. Korinther 1,24.30). Doch durchs ganze Buch der Sprüche hindurch zieht sich ein roter Faden und die Frage: Wie kann ein Mensch so leben, dass es Gott gefällt? 

Im vierten Kapitel der Sprüche gibt die Weisheit Gottes wertvolle Lebenstipps mit auf den Weg und ermahnt zur Weisheit und Achtsamkeit. Was empfiehlt diese Weisheit von Gott? 

Mehr als alles, was man sonst bewahrt und zu bewachen hat, gib acht auf dein Herz. Behüte dein Herz mit allem Fleiss, denn es beeinflusst dein ganzes Leben! Von ihm geht das Leben aus; in ihm entspringt und strömt die Quelle des Lebens. Achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben! 

(Zusammenzug Sprüche 4,23: Bedeutungsspektrum aus verschiedenen Übersetzungen) 

Es geht hier aber nicht nur ums Herz, sondern um weitere Sinnesorgane und Körperteile, die das Leben und Handeln beeinflussen: Herz, Sinn, Gedanken, Mund und Lippen, Augen und Blicke, Füsse… 

20 Mein Sohn, hör mir gut zu, achte auf meine Worte! 

21 Präge sie dir ein, 

damit du sie in Herz und Sinn behältst und nie verlierst. 

22 Sie erhalten den Menschen, 

der sie befolgt, bei Leben und Gesundheit. 

23 Mehr als auf alles andere achte auf deine Gedanken, 

denn sie entscheiden über dein Leben. 

24 Lass deinen Mund keine Unwahrheit aussprechen; 

über deine Lippen soll keine Verleumdung oder Täuschung kommen. 

25 Lass deine Augen geradeaus schauen, 

richte deine Blicke genau auf deinen Weg! 

26 Überlege, was du tun willst, und dann tu es entschlossen! 

27 Lass dich von der richtigen Entscheidung nicht abbringen, 

damit deine Füsse nicht auf Abwege geraten. 

(Sprüche 4,20-27; Gute Nachricht) 

Mal persönlich gefragt: 

Womit fütterst du dich? Womit nährst du dein Inneres? 

Was lässt du ein in deinen Leib, in deine Seele, in deinen Geist via Ohren, Augen, Herz… 

Was lässt du wieder heraus aus deinem Herzen und Mund? 

Was geht über deine Lippen? 

Wovon nährst du dich? 

Hinter all dem steht die Frage: Wie können wir so leben, dass es Gott gefällt, und zwar in und trotz allen Herausforderungen, Versuchungen, Ablenkungen…? 

Das ganze Buch der Sprüche aber auch das Bild gibt die Antwort: 

Wir bewahren unser Herz, indem wir uns dem grösseren Herz – Gott selbst – anvertrauen. In seiner Nähe und Gegenwart, in der Abhängigkeit von ihm, unter seiner Hand, an seinem Herzen geben wir am besten auf unser Herz, Denken, Schauen, Reden, Handeln Acht… denn wir begeben uns unter seine Obhut, unter seinen Schutz… 

Und so wird unser Herz zu einer übersprudelnden Quelle, weil es mit der Lebensquelle selbst verbunden ist. 

Jesus sagt: Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. (Joh 15,5b) 

Gottes Einladung an dich und mich gilt: Gib mir, mein Kind (mein Sohn) dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohl gefallen (Sprüche 23,26). 

Wie antwortest du darauf? 

Sabine Herold