Zeichen der Ermutigung

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Wir danken Hptm Asg Sabine Herold, ev. Pfarrerin in Wohlen AG für ihr neues Zeichen der Ermutigung.

 

Hoffnung erwacht 

Die Hoffnung begraben. 

Ihn, das Leben selbst, 

zu Grabe getragen. 

Enttäuschte Erwartungen, 

erfüllte Befürchtungen, 

verwundetes Vertrauen 

graben sich ein 

in die Gedanken, in die Gefühle, ins Herz. 

Was bleibt zu hoffen? 

Dann der Ruf 

ins Grauen des Morgens: 

Der Herr ist auferstanden! 

Zweifel lehnen ab. 

Verzweiflung kämpft gegen schimmernde Hoffnung. 

Misstrauen wehrt sich gegen keimendes Vertrauen. 

Doch die Sehnsucht siegt und läuft ins 

leere 

Grab. 

Suchende Augen halten fest, 

dass er fehlt. 

Er ist nicht hier. 

Der Morgen dämmert. 

Hoffnung erwacht, 

wird lebendig, sieht weiter – 

über den Horizont hinaus. 

Dann kommt ER, 

der Lebendige, und grüsst: 

Friede sei mit dir! 

Vertrauen steht auf und bekennt: 

Du Herr bist auferstanden! 

Du bist wahrhaftig auferstanden! 

 

Gelobt sei Gott…, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten… (1.Petrus 1,3; Luther) 

Diese Worte schreibt der Apostel Petrus in seinem ersten Brief. 

Was er schreibt, ist keine Theorie, sondern persönlich Erfahrenes. 

Er selbst wird Zeuge der Auferstehung Jesu, Zeuge vom leeren Grab. Er überzeugt sich auch höchstpersönlich, ob es stimmt, was die Frauen am Ostermorgen erzählen. Petrus bekommt von Jesus auch neue Hoffnung geschenkt (vgl. Lukas 24,12.34; Joh 20,6.7; 21,15-19) und wird mit Pfingsten zu einem neuen Menschen (Apostelgeschichte 2). 

Darum hat Petrus allen Grund von Hoffnung zu schreiben. 

Doch was ist eine «lebendige Hoffnung»? 

Gibt es etwa auch eine tote Hoffnung? 

Ja, manchmal stirbt die Hoffnung, oder ein Teil davon. Dann wenn sich nicht erfüllt, was man sich sehnlichst gewünscht und wonach man sich so sehr gesehnt hat. 

Bei den Jüngern und Nachfolgerinnen Jesu kommt die grosse Enttäuschung mit seinem schrecklichen Tod am Kreuz. Nach seinem Tod tragen sie Jesus, ihre Hoffnung, zu Grabe. Was gibt es noch zu hoffen? 

Jesus hat zwar immer wieder von seinem Tod und von seiner Auferstehung gesprochen, doch es schien so unwahrscheinlich zu sein, dass Jesus dies wörtlich gemeint hat. Vielleicht hat er ja nur in Bildern und Gleichnissen gesprochen, wie so oft… Aber nein, dies ist nun grausame Realität. Er ist tot. Was gib es noch zu hoffen? 

Doch Jesus, ihre Hoffnung, bleibt nicht im Grab, bleibt nicht tot, sondern er wird durch Gott aus den Toten und vom Tod zum Leben auferweckt. Frauen werden die ersten Zeuginnen von Jesu Auferstehung. Sie erleben Begegnungen mit Engeln und mit dem auferstandenen Jesus selbst. 

Petrus wird zunächst ‘nur’ Zeuge vom leeren Grab. 

Was geht wohl in ihm vor, als er den Platz sieht, wo Jesu Leichnam gelegen hat, aber er selbst ist nicht da? Vielleicht erinnert er sich in diesem Moment an Jesu Worte und an die Ankündigung von seinem Leiden, Tod und der Auferstehung am dritten Tag (Matthäus 16,21; 17,22.23; 20,18.19). Vielleicht erinnert er sich auch an seine eigenen Worte: «Gott bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht!» – und an die harte Zurückweisung Jesu «Geh weg von mir, Satan…» (Mt 16,22.23) 

Und nun haben sich diese Worte Jesu genau erfüllt: Er hat gelitten. Er ist gestorben. Das Grab ist leer. Wo mag er sein? Petrus ist und wird ganz neu herausgefordert. Was soll er denken? Was soll er glauben? Was darf er hoffen? Vielleicht flammt in Petrus ein neuer Funke Hoffnung auf. Vielleicht wagt er beim Anblick vom leeren Grab neu zu hoffen… 

Petrus schreibt von einer «lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu». Die begrabene Hoffnung wird zu neuem Vertrauen auferweckt. Hoffnung ist eine Ahnung und Erwartung, die Aussicht auf etwas Neues. Das Geschehen rund um die Auferstehung Jesu stellt vor die Entscheidung und lädt auch uns ein: Wähle das Leben, die lebendige Hoffnung, den Lebendigen selbst! Die Wortwurzel von Hoffnung hat auch tatsächlich mit wählen, wollen, wünschen bzw. mit einer Wahl zu tun. So entsteht etwas ganz Neues, dann geschieht noch nie Dagewesenes. Es ist wie eine Neuschöpfung: «wiedergeboren in eine lebendige Hoffnung hinein». 

Diese neue, lebendige, sichere Hoffnung kann gedeihen, wachsen, erblühen und wirksam werden. Diese Hoffnung bleibt bestehen. Sie hat Bestand und kann nicht so schnell erschüttert werden! Dies bedeuten die griechischen hier verwendeten Begriffe für ‘lebendig’ und ‘Auferstehung’. Dies erinnert an eine aufgehende Saat und ebenso an die Worte von Jesus: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. (Johannes 12,24) 

Petrus greift das Bild vom Samen und der Wiedergeburt ein paar Verse später auf: Ihr seid ja von neuem geboren, und dieses neue Leben hat seinen Ursprung… in einem unvergänglichen Samen, in dem lebendigen Wort Gottes, das für immer Bestand hat (1. Petrus 1,23; NGÜ). 

Doch warum und worauf sollen wir hoffen? Was gibt es zu hoffen? 

Petrus stellt tatsächlich noch etwas Zukünftiges in Aussicht, denn Hoffnung ist immer auf ein Ziel ausgerichtet. Petrus schreibt von der Aussicht auf ein unvergängliches, makelloses und unverwelkliches Erbe, das nie seinen Wert verlieren wird, und das Gott im Himmel bereithält… (1.Petrus 1,4) 

Gott bietet uns mit Jesus nicht nur eine lebendige Hoffnung mit ewigem Wert an, sondern das Leben und den Lebendigen selbst. Wie antworten wir auf sein Angebot? – Vielleicht mit dem Bekenntnis: 

Der Herr ist auferstanden! – Er ist wahrhaftig auferstanden!