Zeichen der Ermutigung

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Zuerst ein Hinweis auf den Band 2 “Ermutigungen für Dich” mit Bildern von Deborah Keller und Texten von Sabine Herold, der in gedruckter Form erschienen ist. Zu beziehen zu Selbstkosten von Fr. 5.- unter 079 509 63 33 (SMS bevorzugt) oder per E-Mail unter sabine.herold@ref-wohlen.ch oder direkt auf der Homepage www.ref-wohlen.ch 

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Es folgt das neue Zeichen der Ermutigung.

 

Gebet 

GOTT 

auch wenn ich wanke 

an mir zweifle 

an mir selbst verzweifle – und an dir 

auch wenn ich 

den Halt verliere 

wenn ich 

versinke im Sumpf 

von Problemen und Versagen 

mich verbanne und ausgrenze 

DU 

Gott 

hältst mich 

trägst 

sprichst 

ein Wort des Trostes 

und der Hoffnung 

von Zukunft und Sinn 

Hab keine Angst! 

sprichst du meiner Seele zu 

Du bist kostbar! 

Du bist wertvoll! 

Du bist mein! 

Mein Herz horcht auf 

und fasst Vertrauen 

es nimmt dich beim Wort 

JA 

Ich bin wert! 

Ich bin dein! 

Amen 

© Sabine Herold (21. Februar 2021) 

 

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! … Du bist in meinen Augen teuer und herrlich und ich habe dich lieb! (Jes 43,1.4) 

Dieser Zuspruch Gottes an sein Volk Israel steht im Teil des Propheten Jesaja, der als ‘Trostbuch von der Erlösung Israels’ bezeichnet wird (Jesaja 40-55). Dieses Trostbuch ist für die Zeit geschrieben, in der sich Gottes Volk in der Verbannung befindet und eine Leidenszeit in der Fremde erlebt. Mit diesen Trost-Worten sollen die Verschleppten ermutigt, wiederaufgerichtet und in ihnen neue Hoffnung auf eine Rückkehr in die Heimat geweckt werden. Strafe und Gericht sind schon angekündigt, und die Stämme des Nordreichs wurden oder werden gerade nach Assyrien deportiert. 

Das Volk Israel war alles andere als widerstandsfähig während der Verbannung, was durchaus verständlich ist. So manche Träne wurde geweint und das Heimweh nagte an den Nerven und Kräften. Der Selbstwert war am Boden und das Vertrauen liess zu wünschen übrig – sowohl das Selbstvertrauen, als auch das Vertrauen in Gott. 

Was konnte helfen? 

Die Menschen im Exil versuchten sich an die guten Zeiten zu erinnern, doch die Sehnsucht wurde dadurch nur noch grösser. Sich selbst oder einander Mut zuzusprechen wirkte auch nur begrenzt. Es brauchte den Zuspruch von aussen, durch einen Grösseren, durch einen, der mehr wusste und der mehr Möglichkeiten hatte. 

Gott sprach vor und nach der Deportation und auch während des Exils immer wieder durch seine Propheten. Diese erinnerten die Menschen an Gottes Willen, Gottes Werte und Gottes Wort – oft vergeblich. 

In der Verbannung wirkten die Propheten als Ermutiger oder Übermittler von Trost und Zuversicht durch Gott. So weckten sie in den Menschen neue Hoffnung auf eine bessere Zukunft und Heimkehr, und das Vertrauen in Gott wurde gestärkt. Diese Trostworte Gottes richteten die entmutigten und verzweifelten Menschen wieder auf und liessen sie ahnen, dass Gott sie nicht vergessen hatte, sondern dass sie ihm noch immer wichtig waren. 

Was lässt nun Gott durch den Propheten Jesaja seinem Volk sagen? 

Gott spricht sein Volk an – doch die persönliche Anrede mit Namen (Jakob und Israel) zeigt, dass Gott auch den Einzelnen meint: Ja, auch du bist gemeint! 

Was Gott seinem Volk und dem «du» im Text zuspricht, davon möchte ich einzelne Aussagen besonders hervorheben, die auch uns in schwierigen Zeiten helfen können, die Hoffnung und das Vertrauen zu bewahren: 

Fürchte dich nicht! So lautet der erste Zuspruch. Hab keine Angst. Lass dich nicht in Furcht versetzen, auch wenn es genügend Gründe gibt, Angst zu haben und dich von den Umständen niederdrücken zu lassen… 

Es gibt einen Grund, warum du dich nicht fürchten musst: Ich, der HERR, habe dich erlöst! Gott sagt: Ich habe dich ausgelöst, zurückgekauft. Ich habe dich befreit aus der Enge, Knechtschaft, Gefangenschaft. Das Volk Israel wird hier automatisch an die Befreiung aus Ägypten erinnert und an Gottes Bewahrung und Begleitung während der ganzen Wüstenwanderung bis ins gelobte Land. 

Gott sagt: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Ich kenne dich mit Namen.1 Ich weiss, wer du bist. Ich lade dich ein in die Beziehung mit mir. Ich rufe dich zu mir, in die Gemeinschaft mit mir. 

1 2. Mose 33,12.17; 2. Tim 2,19 

Gott spricht weiter: Ja, du bist mein! Du gehörst mir! Dein Platz ist bei mir, hier gehörst du hin: in meine Familie. 

Wie wirkt diese Einladung auf dich? In uns Menschen wohnt die Sehnsucht nach einem Ort, zu dem wir gehören, an dem wir willkommen, angenommen, wertgeschätzt und geliebt sind. Wir haben zutiefst Heimweh nach diesem Ort und sind unser Leben lang auf der Suche danach. Dieser Ort ist und bleibt Gott. 

Gott macht noch weitere Zusagen (V. 4): 

In meinen Augen bist du teuer und herrlich, und ich habe dich lieb! 

Egal, wie du dich selbst siehst, wer du in deinen eigenen Augen bist – letztendlich zählen Gottes Sicht, Gottes Gedanken, Gottes Worte über dich! Und er sagt: Du bist in meinen Augen kostbar, wertvoll, edel. Ich sehe dich so, wie du wirklich bist: Du bist in meinen Augen wichtig, herrlich und angesehen. Ja, ich sehe dich an und verleihe dir Ansehen. Ich habe dich gern. Ich liebe dich. Ich bin dein Freund, dein Liebhaber! 

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!… Du bist in meinen Augen teuer und herrlich 

und ich habe dich lieb! 

Sabine Herold