Zeichen der Ermutigung

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Wieder danken wir Hptm Asg Sabine Herold, ev. Pfarrerin in Wohlen AG, und der Illustratorin Deborah Keller im Corona-Januar 2021 für ihr Zeichen der Ermutigung.

 

Gebet 

Gott, 

du bist mein Gott, den ich suche. 

Es dürstet meine Seele nach dir, 

mein ganzer Mensch verlangt nach dir 

aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist…1 

Jesus, 

ich habe Durst. 

Meine Seele dürstet nach 

lebendigem Wasser – 

nach dir, der Lebensquelle. 

Jesus, 

mich dürstet. 

Mich verlangt nach Leben. 

Ich sehne mich nach einem Ort, 

an dem meine Sehnsucht nach Hause kommt, 

an dem meine Seele gesundet. 

Jesus, 

du hast Lebenswasser, das den Durst stillt, 

auch den Durst meiner Seele. 

Aus deiner Gegenwart fliesst ein 

immerwährender, unerschöpflicher 

Lebensstrom. 

Jesus, 

du schenkst Leben in Fülle: überfliessend. 

Du bist die Lebensquelle, 

die niemals versiegt, 

die erfrischt, erquickt und heilt: mich und andere. 

Immer! 

So komme ich 

und trinke von deinem Leben. 

 

Hast du schon einmal schrecklichen Durst gehabt, so richtig Durst, z.B. nach einer grossen körperlichen Anstrengung in der trockenen Hitze, beim Sport, unterwegs auf einer langen Reise oder vor einer Operation, wenn es heisst: nüchtern bleiben, und sich die OP um Stunden nach hinten verschiebt…? 

Der bekannte französische Dichter Antoine de Saint-Exupéry erlebte diesen Durst in der Wüste und wäre fast verdurstet. Später schrieb er in sein Tagebuch: «Wasser, du hast weder Geschmack noch Farbe. Man kann dich nicht beschreiben. Es ist nicht so, dass man dich zum Leben braucht, du selber bist das Leben! Du durchdringst uns als Labsal, dessen Köstlichkeit keiner unserer Sinne auszudrücken vermag. Durch dich kehren uns alle Kräfte zurück, die wir schon verloren gaben. Dank deiner Segnung fliessen in uns wieder alle bereits versiegten Quellen der Seele. Du bist der köstlichste Besitz dieser Erde…Du schenkst uns ein unbeschreiblich einfaches und grosses Glück.» 

Wasser ist Leben; Wasser ist lebensnotwendig. Wasser kann Not wenden. Wo kein Wasser ist, vertrocknet Land, ist Dürre, kahler Boden, verdorren Pflanzen, verdursten Tiere und Menschen, stirbt Leben. Wo Wasser ist, wächst und gedeiht Leben, grünt und blüht es, werden Wüsten in Oasen verwandelt, wird Totes lebendig. 

Wir Menschen haben Durst, immer wieder. Wer nicht trinkt, stirbt nach wenigen Tagen. Er vertrocknet im wahrsten Sinn des Wortes. Wasser löscht unseren Durst. 

Doch es gibt einen Durst, den kein Wasser stillen kann: das Verlangen der Seele, die Sehnsucht des Herzens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen Durst zu stillen – oder es zu versuchen. So vieles wird uns angeboten. Die Frage bleibt jedoch: Wer oder was kann unsere Sehnsucht bleibend und wirklich stillen? 

Wo ist meine Lebensquelle? Wo lösche, wo stille ich meinen Durst, meine Sehnsucht? 

Auch die Bibel spricht von diesem Durst und von dieser Sehnsucht. Gott bietet uns an, sie zu stillen, denn bei ihm ist die Quelle des Lebens (Psalm 36,10). Im Johannesevangelium wird von einer samaritanischen Frau berichtet, die in ihrem bisherigen Leben versucht hat, ihr Liebesmanko bei Menschen zu kompensieren. Doch Jesus bietet ihr Leben an, das ihre Sehnsucht stillt. Er zeigt sich selbst als Lebens-Wasser und er zeigt ihr Gott als Quelle des Lebens: Wer von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. (Joh 4) Später sagt er im Zusammenhang mit Hunger: Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. (Joh 6,35) 

Doch was ist denn genau dieses Lebenswasser? Welches Wasser von Gott stillt unseren Durst und lässt unsere Seele gesunden? Es ist Gottes Liebe und Wertschätzung, seine Annahme und Vergebung, aus der wir leben dürfen, denn kein Mensch kann uns unsere Sehnsucht stillen und unser Liebesfass vollkommen füllen. Gott verleiht uns Ansehen und gibt uns unsere Würde. Dies kann uns kein Mensch immer, überall, ausreichend und bleibend geben – aber Gott will es uns schenken, umsonst: Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! … Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. (Jes 55,1; Offb 22,17) 

Doch wir dürfen immer und immer wieder aus Gottes Quelle schöpfen und von seinem Wasser der Liebe, Wertschätzung, Klarheit, Wahrheit, Lebensfülle und Güte trinken. Wir dürfen dieses Lebenswasser in uns aufnehmen, aufsaugen, bei Jesus auftanken und zur Ruhe kommen – wie ein Säugling, der gestillt wird, der bei seiner Mutter alles bekommt, was er braucht. So gestillt, satt und zufrieden dürfen wir auch für andere zu einer übersprudelnden Quelle werden bzw. zu einem überfliessenden Gefäss, durch das andere erfrischt und ermutigt werden. 

Wer das Wasser des Lebens findet, der wird selbst zu einem Ort des Lebens für andere, die in der Wüste unterwegs und müde, lebensdurstig und ermattet sind. 

Und du wirst sein ein bewässerter, wasserreicher Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt, und du nicht mehr bekümmert sein sollst. (Jes 58,11; Jer 31,12) 

Ich wünsche uns, dass wir mit unserer Sehnsucht zu Gott kommen und unseren Durst nach