“ZAPAD 2021”: Der neue Schützenpanzer BMP B-19

Standard

 

Kampfhelikopter Mi-24 Hind im Angriff.

Stets dominant: Überlegenheit im Lufttransport.

  • Am 16. September 2021 ist mit dem – selbstverständlich gelungenen – Gegenangriff aus Feind aus dem Westen das russische Grossmanöver “ZAPAD 2021” zu Ende gegangen.
  • Wie jedes Jahr inspizierte Präsident Putin die grösste Übung des Jahres. Traditionsgemäss begleiteten ihn Verteidigungsminister Shoigu und Generalstabschef Gerassimow. Die drei Russen stehen weltweit länger an der Spitze als alle anderen vergleichbaren Amtsinhaber: Putin seit 2000 (mit dem Premier-Intermezzo 2008–2012), Shoigu und Gerassimow beide seit 2012.

Gewohnte Strategie – neue Waffen

Seit 2012 ein Team: Gerassimow, Putin, Shoigu.

Wie 2009, 2013 und 2017 folgte das Szenario dem Spiel von Attacke und Gegenattacke:

  • Wie alle vier Jahre griff der Feind im Grossmanöver des Militärbezirks West von Polen und der Ostsee her an. Diese erste Grossphase dauerte vom 10.–12. September.
  • Am 13. September ging die russische Armee, verstärkt von weissrussischen Verbänden, zum Gegenangriff über. In vier Tagen vertrieb sie den Invasoren vollständig vom eigenen Territorium. Am 16. September meldete General Gerassimow dem Präsidenten: “Auftrag erfüllt!”

Neu zeigte die russische Rüstung moderne Waffen. Teils waren diese schon in Syrien erprobt worden, teils erlebten sie ihre Feuertaufe in “ZAPAD 2021”.

Das Neueste für Putin

Der neue Schützenpanzer BMP B-19 mit dem Epoch-Kampfmodul.

Putins Inspektion fand auf dem Waffenplatz Mulino in der Region Nischni Nowgorod östlich von Moskau statt. An seiner Vorführung waren 20’000 Mann, 160 Panzer, mehr als 100 Flugzeuge, über 100 Helikopter beteiligt. Gezeigt wurden auch:

  • Kampfrobotereinheiten und aus der Tula-Waffenschmiede erstmals der Schützenpanzer BMP B-19 mit dem Epoch-Kampfmodul.
  • Ausserdem wurde vor dem Präsidenten der verbundene Einsatz von Bombern, Artillerie und Luftlandetruppen demonstriert.
  • Die waffenübergreifend gemeinsamen Manöver galten der Blockade und Einnahme von Ortschaften – basierend auf den Erfahrungen im syrischen Bürgerkrieg.

BMP B-19 – ein grosser Wurf

Die BMP B-19 gehörten zu den verteidigenden Verbänden und fochten auf der Hauptkampflinie. Die Fürhung setzte die B-19 überall dort ein, wo es galt, die Feuerkraft der Abwehr zu verstärken. Dies sei dem neuen Schützenpanzer durchwegs gelungen.

Das Epoch-Kampfmodul ist mit einer 57-mm-Automatikkanone, Kornet-Panzerabwehrraketen und einem neuen Bulat-Raketensystem mit kleinen Lenkflugkörpern ausgestattet.

Weiter ist das Kampfmodul mit einem automatischen Such- und Erkennungssystem und einer Zielverfolgung ausgestattet. Gleichzeitig bewertet das System die Gefährlichkeit eines bestimmten Objekts und gibt der Besatzung Empfehlungen zum Waffeneinsatz.
Der BMP “Epoch” B-19 wurde in Tula entwickelt.

200’000 Soldaten?

Gefochten wurde in “ZAPAD 2021” auf 14 riesigen Waffenplätzen:
  • Neun Sequenzen gingen an russischen Standorten über die Bühne: von der Ostsee bis zu den Regionen Woronesch und Nischni Nowgorod (Struga Krasnych, Mulino, Pogonowo, Chmelewka, Dorogobusch, Kirilowski, Prawdinski, Dobrowolski und Wolski).  
  • Fünf beschlugen belarussische Standorte: Obus-Lesnowski, Brestki, Tschepelewo, Domanowski und Ruschanski.

Insgesamt sollen 200’000 Soldaten, weit über 100 Flugzeuge und Helikopter, an die 1’000 Panzer, Geschütze, Raketenwerfer und Mörser und 15 Kriegsschiffe am Manöver beteiligt gewesen sein.

Ksampf der verbundenen Waffen: Panzer und Luftwaffe.

Was geht in Weissrussland ab?

Davon trainierten nach offiziellen Angaben 12’800 Soldaten auf dem Territorium der Republik Weissrussland, darunter  mindestens 2’500 Russen. Mehr als 30 Flugzeuge und Hubschrauber, Hunderte Panzer, 110 Geschütze, Mehrfachraketenwerfer und Mörser wurden auf belarussisches Gebiet verlegt.

In Anbetracht der angespannten innenpolitischen Lage in Minsk fand diese Verlegung 2021 besondere Aufmerksamkeit.

Neben russischen und belarussischen Soldaten nahmen auch Verbände von Armenien, Indien, Kasachstan, Kirgisistan und der Mongolei am Manöver teil. Im HQ beobachteten Offiziere aus Usbekistan, Pakistan und Sri Lanka das Geschehen im scharfen Schuss. Als Augenzeugen nahmen auch Offiziere aus China, Vietnam und Myanmar teil. Insgesamt waren 2’000 Offiziere aus den genannten Ländern angereist.

Ihr spezielles Augenmerk galt dem dichten Einsatz von Drohnen und Robotern. Die russische Rüstungsindustrie nutzte die Chance, ihre neuen Produkte im Kampf zu zeigen.