Wüster Krieg der Worte in Washington

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General Milley im Oval Office des Weissen Hauses, bevor er dort die Flagge des neuen Weltraum-Kommandos vorstellte: “Ich warne davor, unsere Präsenz zu schnell und zu radikal abzubauen.”

  • Endzeit in Washington? Endzeit in Afghanistan? In aller Öffentlickeit balgen sich General Mark Milley, als Generalstabschef Amerikas oberster Soldat, und Robert O’Brien, Präsident Trumps nationaler Sicherheitsberater, über den Truppenrückzug aus Afghanistan.
  • O’Brien postulierte im Aspen Institut: “Die USA bauen ihre Präsenz in Afghanistan früh im Jahr 2021 auf 2’500 Mann ab.”
  • General Milley konterte, bevor er die Flagge des neuen Weltraum-Kommandos vorstellte, dies widerspreche jeglicher militärischer Logik. Im Weissen Haus warnte er vor der Presse inständig, der Truppenbestand könne unmöglich derart schnell und derart radikal reduziert werden.

O’Brien gegen General Milley.

  • O’Brien schlug zurück, er rede im Auftrag des Präsidenten. General Milley solle aufhören zu spekulieren und den Vorrang der Politik respektieren.
  • Das Fass zum Überlaufen brachte der Präsident. Trump twitterte, er bringe “the boys home before christmas” – ein klassischer Wahlkampfschlager: er bringe die Truppen vor Weihnachten zurück.

O’Brien (Mitte), Milley (rechts).

Mutiger Generalstabschef

  • Der gelernte Heeresoffizier Mark Milley erweist sich als standfester, mutiger Mann. Nicht zum ersten Mal widerspricht er dem Präsidenten. Trump ist nicht dafür bekannt, Leute in seinem Umfeld zu dulden, die ihm nicht bedingungslos aus der Hand fressen.

Trump auf dem Stützpunkt Bagram in Afghanistan.

  • Tief im Bereich der Spekulation fragen in Washington Insider, ob Milley mit Trumps Abwahl rechne. Andere aber argwöhnen, der Präsident könnte den hohen Offizier seines Kommandos entheben, wie 1952 Harry Truman den angesehen Douglas MacArthur absetzte.

Affaire à suivre …