Wo erwartet die Ukraine den Angriff?

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Jeden Tag placieren Redaktionen und Analytiker neue Karten zum russischen Aufmarsch auf dem Netz. Wenige Karten erscheinen nun auch zur ukrainischen Armee. “Trending News” bringt gleich beide Parteien: rot die Russen, blau auf gelbem Grund die Ukrainer.

Der Dienst “Trending News” zeigt beide Parteien gemäss seiner Recherchen.

  • Imposant nehmen sich die schwungvollen roten Pfeile aus: Russlands bedrohlicher Aufmarsch an mehreren Fronten.
  • Ungewöhnlich sind sodann die roten Punkte auf dem gelben Territorium der Ukraine. Die Legende bezeichnet diese als Städte, in denen prorussische Separatisten Regierungsgebäude besetzt hätten: gleich mehrfach in den Räumen Donezk und Slovyansk, einfach in Luhansk und Mariupol. Mariupol und Slovyansk liegen beide ausserhalb des russisch besetzten Gebietes.

Nicht zu beneiden: der ukrainische Kommandant 

Generalleutnant Valerii Zaluzhnyi, der Kommandant der ukrainischen Streitkräfte, und sein Generalstabschef, Generalleutnant Serhii Shaptala, sind um ihren Auftrag nicht zu beneiden. Mit ihrer teils veraltet bewaffneten Armee müssen sie gegen die Russen einTerritorium halten, das diese von Norden, Osten und Süden angreifen können – zu Lande, zur See und in der Luft. “Trending News” versucht, die Ukrainer blau zu lokalisieren.

Die Lokalisierung bezeichnet teils die Standorte der Kasernen, teils bereits die Positionen an der Grenze. Bei den Verbänden, die noch an den Friedensstandorten angegeben werden, kennzeichnen blaue Pfeile den Bezug des Abwehrdispositivs. Die Karte lässt unschwer das Dilemma für Generalleutnant Zaluzhnyi erkennen:

  • Verteilt er seine Kräfte gleichmässig an die Fronten?
  • Hat er Agenten in Moskau, die ihn mit Nachrichten zur russischen Absicht versorgen, was ihm mindestens für den Beginn die Bildung eines Schwergewichts erlauben würde – immer mit der Gefahr, dass der Gegner dan doch an allen Fronten angreift?

Astronomische Zahlen in Abrede gestellt

Dementiert werden in Kiew die astronomischen Zahlen zum Verteidigungsdispositiv im Donbass. Die 80’000, 90’000, 100’000 Mann, die da herum geboten werden, seien weit übertrieben. Auch wenn anzunehmen ist, dass der ukrainische Generalstab dem Donbass die nötige Aufmerksamkeit schenkt, wird er kaum einen Kräfteansatz nur an diesem Frontabschnitt vornehmen, der fast der Hälfte des aktiven Gesamtbestandes beansprucht.

Der aktive Bestand von 209’000 Mann wird seit heute durch die Teilmobilmachung der Reserve verstärkt.