Wien: “Die EU hat versagt”

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Unter den Zuschriften zum Krieg greifen wir den Text eines hochgestellten Offiziers des österreichischen Bundesheeres heraus, dessen Bitte um anonyme Publikation wir respektieren. Er schreibt zum Ukraine-Konflikt:

“Meine Meinung ist, dass die EU hier als Führungsmacht völlig versagt hat und dass gerade wir in Österreich einige historische Beispiele haben, deren Anwendung den Krieg hätte verhindern können. Die EU hätte vor zehn Jahren alle Konfliktpartner an den Tisch bringen müssen und eine politische Lösung forcieren sollen. Letztlich baden wir in Europa diesen Krieg wieder aus im Sinne einer Rezession, von Flüchtlingsbewegungen, Versorgungsengpässen etc.

Klar und offenkundig ist, dass Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Was viel weniger zu lesen ist – wie kam es dazu, was ist in der Ukraine passiert und was sind tatsächlich die Motive Russlands, diesen Krieg zu führen? Und auch klar ist, dass die Kriegstreiber, die Aufrührer und Konfliktverursacher, ganz woanders sitzen.

Die angesprochenen historischen Beispiele hängen alle mit dem ersten Weltkrieg und der damit verbundenen Neuordnung der Staaten zusammen:

  • Die Landnahme des Burgenlandes 1921/22
  • Der Kärntner Abwehrkampf 1920/21
  • Die Wahl der Vorarlberger um Aufnahme bei der Schweiz

Die Abtretung Südtirols an Italien mit der über die nachfolgenden Jahrzehnte erlangten Autonomie. Hätte man eines dieser „Modelle“ auf die Regionen Krim und Donbass angewendet, so hätte man diesen Krieg vermeiden können. Zusätzlich sehe ich noch die Möglichkeit, dass Russland der Ukraine die Krim abkauft.”