Wien – das von Airbus gebrannte Kind

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Siehe auch > Wien kauft 18 Leonardo-Heli AW169

Auf dem Fliegerhorst Aigen im steirischen Ennstal landet ein KFOR-Heli Alouette-III. Die Alouette-III werden Ende 2023 ausser Dienst gestellt.

  • In der Wiener Helikopter-Evaluation setzte sich der Italiener Leonardo AW169 gegen gewichtige Konkurrenten durch. Deutschland blieb mit dem Airbus H-145M auf der Strecke. Die USA verloren das Rennen mit dem Bell 429. Was gab den Ausschlag?
  • In Österreich sind Rüstungsgeschäfte toxisch. Seit Jahrzehnten lähmt die endlose Tragödie um den Eurofighter die Wiener Politik lähm. Dies gilt namentlich, wenn die Beschaffung ausländische Lieferanten betrifft.

Zum AW169 verlangt die Ministerin Tanner einen Staat-Staat-Vertrag.

  • Die Verteidigungsministerin Klaudia Tanner kauft die Heli nicht direkt bei Leonardo. Sie verlangte und bekommt ausdrücklich einen Vertrag zwischen Wien und Rom, von Staat zu Staat. Insofern ist Österreich ein gebranntes Kind von den Airbus-Problemen.

Warum Italien – und nicht Airbus oder die Bell?

  • Tanner: “Mit Italien fanden wir einen Partner, der in allen Bereichen mit dem Bundesheer kooperiert. Zudem beschafft Italien bis zu 100 AW169.”

Zum Bell 429 erachtete Wien die Kooperation für ungenügend.

  • Beim von den USA forcierten Bell 429 sei die Kooperation zu Betrieb, Ausbildung und Logistik ausgeschlossen. Nicht einmal die amerikanischen Streitkräfte betrieben das Bell-Produkt.
  • Zum Airbus umschreibt Wien das Nein diplomatisch: Beim H-145M hätte sich eine Fähigkeitslücke von mehreren Jahren aufgetan. Die deutsche Bundeswehr führe dasModell erst im Oktober 2024 ein. Die Alouette-III des Bundesheeres erreichten ihr Lebensende indes Ende 2023.

Diplomatisches Nein zum Airbus H-145M: Fähigkeitslücke ab Ende 2023.