Wie war das – mit der Kalaschnikow?

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Das legendäre “System Kalaschnikow” – 76 Millionen? oder mehr als 100 Millionen weltweit?

Unser Potsdamer Panzerkorrespondent, Oberstlt Volker Kretzschmar, übersetzt aus der russischen Fachliteratur Waffentexte. Aus der neuen Ausgabe der führenden Fachzeitschrift “Technika” sendet er uns eine längere Untersuchung zu einer der legendären Waffen der Militärgeschichte (und -Gegenwart), zur Kalaschnikow. Wir zitieren die Einleitung der Analyse von Semjon Fedosejew.

Siehe auch > Der Staubsauger

“Am 18. Juni 1949 wurde auf Beschluss des Ministerrates der UdSSR Nr. 2611-1033 in die Ausrüstung der Roten Armee die “7,62 mm MPi Kalaschnikow Muster 1947, auch als AK bezeichnet, aufgenommen.

Die oft auftauchende Bezeichnung “AK47” ist nicht richtig. Die MPi wurde in der Ausrüstung unter der Bezeichnung “AK” aufgenommen (in der Variante mit einer klappbaren Schulterstütze “AKS”). Der Index, hinweisend auf das Jahr erschien nur für die 5,45 mm Musterreihe 1974 – AK74, AKS74, AKS74U, LMG RPK74, RPK74S74.

So gesehen begann vor 70 Jahren ein umfangreiches Projekt auf dem Gebiet militärischer Schützenwaffen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis Beginn des 21. Jahrhunderts.

60 Jahre zurück ging die 7,62 mm MPi Kalaschnikow in der modernisierten Variante der AKM undAKMS, in die Ausrüstung ein, dann 45 Jahre danach die 5,45 mm MPi AK 74,AKS74. Diese und die anderen Muster des Systems Kalaschnikow wurden nicht nur in unserem Lande umfangreich gefertigt, sondern wurden auch sehr oft im Ausland kopiert.

76 Millionen – mehr als 100 Millionen?

  • Nach Einschätzung der Gruppe SAS wurden weltweit rund 76 Millionen Exemplare “System Kalaschnikow” ausgeliefert – per Lizenz und auch ohne.
  • Dabei ist diese Einschätzung als konservativ zu bezeichnen. Andere Analytiker sprechen von einer wesentlich höheren Anzahl: mehr als 100 Millionen Stück.
  • Hinzuzufügen sind noch die Kopien und Modifikationen der sowjetischen LMG RPK, RPKS,RPK74, RPKk74S, einige PK/PKS, PKM/PKMS und Panzer-MG PTK.

Lizenzen für 18 Länder

Nach Angaben von Rosoboronexport genehmigte die UdSSR die Lizenzproduktion der Waffe “System Kalaschnikow” in 18 Ländern. Sie unterstützte eine Reihe von Staaten bei der Organisation ihrer Herstellung mit der Übergabe der Technik.

Ausserdem begannen weitere elf Länder mit dem “Klonen” der MP Kalaschnikow ohne Lizenz. Wenig Einfluss ergab sich auf die Entwicklung der Waffe in den verschiedenen Regionen der Welt. In einigen Ländern wurden eigene Modifikationen der Waffe entwickelt.

Kalaschnikow mit Bajonett in der Fahne von Moçambique (Ausschnitt).

Die Länder mit Lizenzen sind: Albanien, Bulgarien, Ungarn, Vietnam, DDR, Ägypten, Indien, Irak, China, Nordkorea, Kuba, Libyen, Polen, Rumänien, Finnland, Tschechoslowaki/Tschechische Republik, Jugoslawien, Israel (“Galil”).

Angeboten wurde das Gewehr auch in Südafrika (CR21) und in den USA (Firmen “American Arms”, “Mitchel Arms”, “Armskor”, “Fezer Industries”).