Wie fanden die USA Abu Bakr?

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ISIS-Kämpfer, schwarze Flagge 2017 (Gov).

Gemäss syrischen Quellen führte eine Staffel von Apache-AH-64-Helis in Begleitung von Militärflugzeugen in der Nacht zum 26. Oktober 2019 nach 24 Uhr bei Barisha nördlich der Stadt ­Idlib einen Angriff aus.

Es habe ein kurzes Gefecht gegeben, als die Special Forces das Gelände betraten, auf dem sich ABB aufhielt. Baghdadi habe sich in einem Tunnel (Loch?) mit einem Sprengstoffgürtel getötet, als Spezial­kräfte ihn mit Spürhunden aufgespürt hatten.

Trump führte aus: „Er erreichte das Ende eines Tunnels, als unsere Hunde ihn erreichten. Er zündete die Weste und tötete dabei sich und Kinder“. Die USA hätten keine Männer verloren, aber ein Spürhund wurde verletzt.

Apache-Kampfheli AH-64 – eignet sich sehr gut zum Nachteinsatz.

Syrische Video-Sequenzen

Auf syrischen Videos ist die Operation teils zu sehen. Eine Sequenz wurde mit Nachtsichtgeräten aufgenommen. Sie zeigt Apache-AH-64, zerschossene Autos und eine auf dem Boden ausgebreitete Leiche, die Baghdadi sein kann. Andere Aufnahmen, die am Tage entstanden, zeigten einen mit Einschusslöchern durchsiebten Pickup an der Strasse und ein zerstörtes Haus.

Die britische BCC rekonstruierte den Angriff auf Twitter so: Zuerst hätten Spezialkräfte das Gelände von Abu Muhammad al-Halabi eingeschlossen. Al-Halabi ist der Chef der Islamisten-Miliz Hurras Al-Din (HD). Dann nahmen Apache-Helis das Haus unter Feuer.

Dabei hätten arabisch sprechende Kämpfer „mit jordanischem, saudischem und irakischem Akzent“ alle Menschen im Haus aufgefordert, sich zu ergeben.
Als dies nicht geschah, hätten die Special Forces das Feuer mit Infanteriewaffen eröffnet.

Abgerissener Kopf – Identifikation gelungen

  • Amtlich berichten die USA, sie hätten ABB mit einer biometrischen Analyse eindeutig identifiziert — und zwar anhand seines bei der Explosion abgerissenen Kopfes.
  • Nach anderen Quellen kam auch DNA zur Anwendung. Schon Osama bin Laden identifizierten die Navy SEALS am 2. Mai 2011 in Pakistan einwandfrei, bevor Präsident Obama die Todesmeldung verkündete.

Mit einheimischer Hilfe

Vieles deutet darauf hin, dass einheimische Kräfte den Spezialkräften halfen. Trump nannte eine „partnerschafltlichen Mission“ und dankte Russland, Syrien, Irak und der Türkei für ihre Unterstützung, ebenso den syrischen Kurden.

Dies leuchtet ein, weil in der Provinz Idlib die Armeen von Syrien, Russland und der Türkei entscheidenden Einfluss ausüben.

Laut der amerikanischen Presse wurde die Operation von Erbil aus gestartet, von der Hauptstadt der autonomen Kurden im nördlichen Irak. Die kurdisch dominierte Syrische Demokratische Front berichtet von einer fünfmonatigen Geheimdienst-Operation.

Barisha – Hochburg radikaler Islamisten

Barisha liegt nur fünf Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, tief in der Enklave Idlib, dem letzten Refugium der Aufständischen.

Der Ort ist aber nicht eine Hochburg der Idlib-Rebellen stehen, sondern eine Bastion der radikalen Hurras Al-Din sein, die der al-Kaida nahesteht und von den USA als Terror-Organisation betrachtet und behandelt wird.

Siehe auch Abu Bakr tot – ISIS kämpft weiter