Wer’s glaubt, zahlt einen Taler

Standard

 

Der folgende, ausnahmsweise längere Beitrag beleuchtet die Bemühungen der deutschen Verteidigungsministerin, die Bundeswehr wieder auf Vordermann zu bringen. Der Text vergleicht den jämmerlichen Zustand der deutschen Streitmacht mit den Armeen von USA, Russland, Frankreich und GB. 

Die Analyse ist, wie gesagt, länger als sonst ausgefallen; aber es lohnt sich, den neun Ansatz der Ministerin Kramp-Karrenbauer (AKK) anzuschauen.

 

US Navy, die stärkste Kriegsmarine der Welt (usn).

Die Armed Forces der USA umfassen:

  • Das Heer, die US Army, zehn aktive, voll ausgerüstete Divisionen mit je vier Brigaden plus dementsprechend ausgestattet acht Reservedivisionen.
  • Je die stärkste Marine und Luftwaffe der Welt, die US Navy und die US Air Force.
  • Starke Special Forces wie die Navy SEALS, die Delta Force, die Green Berets und so weiter.
  • Moderne Cyberkrieger, defensiv und offensiv.

Das militärisch wieder erstarkte Russland führt ins Gefecht:

Jedes am 9. Mai feiert Russland den Sieg über Nazi-Deutschland (DoD).

  • Das russische (ex-Rote) Heer mit vier strategischen Kommando-Bezirken und insgesamt zehn einsatzbereiten Armeen.
  • Die kriegserprobte Luftwaffe (Syrien) und die Kriegsmarine, die aufholt.
  • Starke Sondertruppen, namentlich Speznaz, kampferprobt (Krim, Donbass,Syrien).
  • Starke Raketenverbände.

Frankreich und Grossbritannien sind stärker als Deutschland

Frankreichs Fremdenlegion umfasst 8500 kampferprobte Soldaten.

  • Obwohl wegen der “Friedensdividende” nicht mehr so stark wie im Kalten Krieg > jeweils mehrere Heeresdivisionen, in beiden Staaten teils kriegserprobt.
  • Starke ausländische Verbände: Fremdenlegion (Frankreich), Gurkhas aus Nepal (GB).
  • Jeweils einsatzbereite, kriegserprobte Luftwaffe und Marine.
  • Anerkannte Special Forces (GIGN und SAS).
  • Stützpunkte auf der ganzen Welt (Übersee-Territorien und Marine-/Luftwaffen-Stützpunkte wie Gibraltar, Zypern, Diego Garcia).
  • Beide Staaten sind Atommächte.

Zum Vergleich die deutsche Bundeswehr

Generalinspekteur Zorn und AKK (bw).

  • Nach 14 Jahren Merkel-Herrschaft verfügt die Bundeswehr über keinen einzigen einsatzbereiten Kampfverband in Brigadestärke. Zur Not kann sind eine Kampfbrigade ausrüsten, wenn sie Material aus ganz Deutschland zusammenkratzt.
  • In der Bevölkerung und der Politik hat die Bundeswehr Ansehen und Rückhalt verloren > schon eine halböffentliche Vereidigung von 400 Rekruten wird zum Problem.
  • Die Nordsyrien-Initiative der Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) wurde zum Rohrkrepierer – auch, weil die Verbündeten fragten: Was kann die Bundeswehr zu einem derart robusten Einsatz noch beitragen?

Was will AKK bis 2031?

  • Steigerung der Wehrausgaben auf das mit der NATO vereinbarte Ziel von 2% BIP bis 2031.
  • 2023: Eine voll ausgerüstete, einsatzbereite Brigade von 5000 Mann ohne Leihmaterial.
  • 2027: Eine voll ausgerüstete, einsatzbereite Division mit drei Brigaden.
  • 2031: Drei voll ausgerüstete, einsatzbereiten Divisionen mit jeweils drei Brigaden.
  • Entsprechend der Ausbau von Marine und Luftwaffe.
  • 2031 soll Deutschland, wie den NATO-Partnern zugesagt, 10% der Bündnisstärke tragen.

Im deutschen Bundestag hat die Bundeswehr keine Mehrheit (bt).

 Parteienstärken im November 2019

Am 19. November 2019 ermittelte das CDU-freundliche Allensbacher Institut in der “Sonntagsfrage” bundesweit (alte und neue Bundesländer) folgende Parteienstärken:

CDU/CSU 29,5%, SPD 14,0%, Grüne 21,5% (!), FDP 7,5%, Linke 8%, AfD 14,5% (!), Sonstige 5,0%.

Rechne!

  • Die sog. Grosse Koalition (GroKo) von Union und SPD kommt gerade noch auf 43,5%, wobei die SPD einer Erhöhung des Wehrbudgets auf 2% BIP nie und nimmer zustimmen würde.
  • Die wehrfeindlichen Links- und Mitte-Links-Parteien SPD, Linke und Gründe erreichen 43,5%.
  • Die sog. “bürgerlichen” Parteien CDU/CSU, FDP und AfD erzielen zusammen 51,5%. Aber namentlich AKK schliesst jegliche Kooperation mit der AfD kategorisch aus. Eine realistische “bürgerliche” Koalition von Union und FDP käme gerade mal auf 37%!
  • Die Union zerfällt derzeit in mehrere Flügel, von denen nicht alle 2% BIP für die Bundeswehr wollen.

Immerhin positiv anzumerken

Die Panzerhaubitze 2000, ein starkes Geschütz (bw).

Bei aller Kritik ist festzuhalten, dass die Bundeswehr noch immer über redoutable Waffen verfügt, sofern diese gut gewartet + einsatzbereit sind:

  • Der Kampfpanzer Leopard-2 A7.
  • Der zwar mit “Kinderkrankheiten” kämpfende, aber moderne Schützenpanzer Puma.
  • Die Panzerhaubitze 2000.
  • Der Kampfjet Eurofighter Typhoon.

Fazit: gut gemeint, aber …

  • AKK meint es gut mit ihrem Plan, 2031 (in zwölf Jahren!) drei voll ausgerüstete Divisionen einzusetzen und 10% der NATO-Stärke zu übernehmen.
  • Auch wenn nur Propheten wissen, wie Deutschland 2031 politisch aussieht, erinnert die wehrfreundliche Initiative von AKK an das altdeutsche Sprichwort: Wer’s glaubt, zahlt einen Taler.