Wer wird Ausbildungschef?

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Am denkwürdigen 4. September 2019 ernannte der Bundesrat Divisionär Thomas Süssli zum neuen Chef der Armee. Offen blieb die Position des Ausbildungschefs – auch, um den designierten Armeechef in den Entscheid miteinzubeziehen.

Nach der überraschenden Wahl von Divisionär Süssli sind die einschlägigen Auguren ziemlich verstummt. Bisher achtete die Politik darauf, dass höchstens zwei der drei Korpskommandanten Deutschschweizer waren. In der jetzigen Konstellation sind das – neben dem Walliser Philippe Rebord – der Zürcher Aldo C. Schellenberg und der gebürtige Thurgauer Daniel Baumgartner (Bürger von Frauenfeld).

Nach der angestammten Konfiguration müsste also – neben den Deutschschweizern Süssli und Schellenberg – ein Höherer Stabsoffizier (HSO) aus der lateinischen Schweiz nachrücken.

Les noms et les têtes

Die Romands sprechen gerne von noms et têtes, von Namen und Köpfen. Das zu tun, ist nach der “Sensation” vom 4. September nicht ganz ungefährlich. Unbestritten ist, dass die lateinische Schweiz über “Generale” verfügt, die das Zeug zum Ausbildungschef und Korpskommandanten haben, so unter den Divisionären Yvon Langel, der Kommandant der Territorialdivision 1, und Jean-Paul Theler, Projektleiter Ustü Kdo.

Langel ist Neuenburger, wohnhaft im Kanton Fribourg; Theler Walliser mit französischsprachiger Muttersprache.

Überdies gibt es unter den Romand-Brigadiers wie auch in den Reihen der Tessiner tüchtige HSO, denen weitere Laufbahnschritte offen stehen. Aber wie gesagt – Bundesrätin Amherd überraschte schon mehrmals viele; und allerhand kühne Konstellationen werden in Bundesbern und der Armee herumgeboten; auch solche mit fähigen Deutschschweizer Namen und Köpfen.