Warum Erdogan die S-400-Flab will

Standard

 

Von Nikolai Litovkin, Russland

Präsident Erdogans Kauf der russischen Flab-Batterien S-400 Triumpf erschüttert die NATO an ihrer Südostflanke. Erdogan führt politische Gründe an: In der Tat verweigerte Barack Obama dem NATO-Partner Türkei die Lieferung von Patriot-PAC-3-Raketen. So sah sich Erdogan anderweitig um – auch um die USA unter Druck zu setzen.

Für das S-400-System sprechen auch militärische Gründe.

S-400 (NATO-Code SA-21 Growler) nimmt für sich die globale Überlegenheit in Anspruch. Das System erfasst Luftziele in einem Radius von 600 Kilometern und zerstört diese auf einer Distanz von 400 Kilometern. Ob tief fliegende Marschflugkörper oder nuklear bestückte Interkontinentalraketen, S-400 findet sie und sorgt dafür, dass sie der russischen Flab nicht gefährlich werden.

  • Der Unterschied zum amerikanischen Konkurrenten MIM-Patriot ist die Fähigkeit, Ziele aus allen Richtungen zu bekämpfen. Das amerikanische System kann den Himmel nur in einem vorher eingestellten Radius von 180° absuchen.
  • Zudem brauchen die Patriot-Raketenwerfer 30 Minuten, um wieder einsatzbereit zu sein. In dieser Zeit können Raketen ihr Ziel erreichen und der Kampf ist verloren.
  • Das Patriot-System hat eine Reichweite von 180 Kilometern, knapp halb so viel wie das russische System. Das spielt eine Rolle nicht nur bei der Abwehr von Raketen, sondern auch von Kampfflugzeugen und Bombern. Diese sind chancenlos, ihre Munition abzufeuern, wenn sie ins S-400-Visier genommen wurden.
  • Das sind operative Gründe, die das NATO-Mitglied Türkei veranlassten, sich für das russische System zu entscheiden, obwohl das Land nun keine F-35-Kampfjets erhält und für den F-35 keine Bestandteile mehr zuliefern darf.