Warum die Schweizer Armee Panzer braucht

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Die Fakten:

  • Die Schweizer Armee kann derzeit noch sechs Panzerbataillone einsetzen. Zwei Bat, 12 und 13, heissen Pz Bat, vier, nämlich 14, 17, 18 und 29 heissen Mech Bat, was nicht den geringsten Unterschied ausmacht (es sind sechs Pz Bat).
  • Damit ist die Schweizer Armee weit entfernt von den Mech DIv mit ihren Pz Rgt in der Armee 61 oder auch den fünf Pz Br der Armee 95.
  • Seit der Armee XXI besteht das Panzerkorps nur noch aus zwei echten Pz Br, den Mech Br 1 und 11. Die Mech Br 4 in Ehren — aber diese ist mit zwei Aufkl Bat, zwei Art Abt, dem Pont Bat und dem Stabsbat beim besten Willen kein Pz Bat.
  • Die nummerische Schwächung des Panzerkorps führt in der Landesverteidigung zur Situation, dass die Armee im Ernstfall nicht mehr über genügend schwere Mittel verfügt (prekär ist auch der Abbau von 31 auf derzeit vier Art Abt).

Jedes Heer braucht Raupen

Doch damit nicht genug. Seit der Publikation des Grundlagenberichts Boden geistert das Gespenst der „panzerlosen“ Armee durchs Land. Ein Irrsinn! Keine Armee kann auf schwere Mittel verzichten, jedes Heer braucht Raupen.

Zu Recht führen die Fürsprecher des Panzerkorps die erheblichen taktischen Vorteile von Raupenfahrzeugen an. Diese unbestrittenen Vorzüge bilden aber nur ein Argument für die Beibehaltung von Panzern.

Ebenso schwer wiegt die technische Entwicklung, wie sie sich für die 2020er-Jahre ankündigt. Die jetzige westliche Kampfpanzer-Generation stammt aus den1980er-Jahren. Der Lebenszyklus der Abrams, Challenger, Leclerc, Leopard (und wie sie alle heissen) geht irgendwann zu Ende. Gleiches gilt im Osten für die russischen T-72, T-80 und T-90, auch wenn jetzt T-72 kawestiert werden.

Doch was kommt dann? Das können selbst erfahrene Panzerexperten nicht präzis prophezeien.

  • Geht die Entwicklung in Richtung des revolutionär neuen russischen T-14 Armata aus der Waffenschmiede Uralwagonsawod?
  • Warum gab der israelische Generalstab drei Rüstungsfirmen den Auftrag, einen Zwei-Mann-Panzer zu entwickeln — in einer Armee, die seit 1974 auf den Elf-Mann-Merkawa baut?
  • Wohin tendieren die USA, technisch und machtmässig nach wie vor die Vormacht in der NATO? Wie denken und handeln die erfahrenen Briten? Wohin zieht es die deutsch-französische Kooperation?

Die Schweiz droht den Anschluss zu verlieren

Fragen über Fragen!

Die Zukunft, wie die Kampfpanzer dereinst den Kampf aufnehmen, ist ungewiss. Gewiss ist nur, dass valable Heere auch in Zukunft Panzer ins Gefecht führen.

Als kleines, eigenständiges Land kann es sich die Schweiz schlicht nicht leisten, diesen Zug zu verpassen!