Waffenruhe? Nix gewesen!

Standard

 

So sieht der Nahost-Service Middle East Monitor den Krieg: In Umkehr der West-Ost-Landkarte links Aserbeischan, rechts Armenien. Die Fahnen sind anhand des untersten Streifens gut zu unterscheiden: Aserbeidschan mit dem islamischen Grün, Armenien orange.

  • Nicht ganz unerwartet erweist sich im Karabach-Krieg die Waffenruhe als brüchig. Der Vertrag zwischen Armenien und Aserbeidschan war nicht das Papier wert, das die Aussenminister in Moskau unterschrieben.
  • Beide Kriegsparteien melden heftigen feindlichen Beschuss auf ihre Ortschaft. Aserbeidschan beschuldigt Armenien, in der Stadt Gandsha mehrere Zivilisten getötet und Dutzende verletzt zu haben. Die Armenier – wie könnte es anders sein – dementieren heftig.
  • Dafür werfen sie Aserbeidschan vor, mit weitreichender Raketen-Artillerie Stepanakert, die “Hauptstadt der Republik Nagorno Karabach”, samt umliegenden Dörfern mit andauenrden Salven eingedeckt zu haben. in Baku – wen erstaunt’s? – stellt der Generalstab jeglichen Beschuss gegnerischer Zivilisten hart in Abrede.
  • Es überrascht wenig: Offenbar konnten beide Parteien der Versuchung nicht widerstehen, den Artilleriekrieg auf lange Distanzen fortzusetzen. In sowjetisch-russischer Tradition sind Armenien und Aserbeidschan artilleristisch stark gerüstet. Nach Quellen aus dem Kriegsgebiet stehen beide Artilleriekorps taktisch-technisch auf einem guten Stand: Sie zerstören, was angeordnet wird.

Armenischer Tochka-U-Abschuss.

Der Krieg der Worte im Original

  • Schon fünf Minuten nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe meldete Shushan Stepanyan, Armeniens Armeesprecherin, azerische Truppen hätten an der Karakhambeyli-Front angegriffen. Die armenischen Verteidiger hätten den Panzerangriff zurückgeschlagen.
  • Prompt reagiert das azerische Verteidigungsministerium: “Armenien verletzt die Waffenruhe in übler Art und Weise. Gleich an zwei Fronten suchten armenische Truppen vorzustossen. Aserbeidschan wehrte die Attacken ab.”
  • Zusätzlich meldete Aserbeidschan, Armenien habe bereits mehr als 400 Gefallene zu beklagen. Die halbe armenische Bevölkerung von Berg-Karabach befinde sich auf der Flucht. Armenische Quellen sprechen von “Hunderten Flüchtlingen”.
  • Propaganda pur! “Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, im Krieg und nach der Jagd” (Otto von Bismarck)

Von Armenien verbreitet: Einschläge in Stepanakert, der “Hauptstadt” von Nagorno Karabach.