Das Festmahl der 2’000

Standard

 

1. Juli 2020. Fest in einem Prager Club zur Aufhebung der Maskenpflicht.

  • Wie Radio SRF 4 am Montagmorgen meldet, rief Tschechien in der Nacht zum 5. Oktober 2020 den Corona-Notstand aus. Im ganzen Land seien in den Spitälern die Intensivstationen überlastet. Mangel herrsche auch an geschultem Medinzinalpersonal.
  • Es werde erwogen, Personal von Schweizer Universitätsspitälern nach Tschechien zu verlegen.
  • Diese Nachricht ist an dieser Stelle weder medizinisch noch unter dem Aspekt des Hilfsgebotes zu beurteilen. Doch was Tschechien und Corona betrifft, sind kritische Fragen aufzuwerfen.

Festmahl an 500 Meter langem Tisch

  • Präsident Babis nannte Tschechien im Frühjahr den “Corona-Vorzeigestaat”. In der Tat gelang es der Tschechischen Republik in der ersten Phase, die Seuche wirksam einzudämmen. Schon im März ordnete die Regierung die Maskenpflicht an. Insofern kam Tschechien in Mittelosteuropa eine Vorreiter-Rolle zu. Mehr als drei Monate, bis zum 30. Juli 2020, hielten sich Böhmen und Mähren an die Schutzmassnahmen.
  • Dann aber, am 1. Juli 2020, brachen in Prag Übermut und Sorglosigkeit durch. Davon zeugt das folgende Bild. Es zeigt das “spontane” Festmahl auf der Karlsbrücke am 500 Meter langen Tisch, den Gegner der Corona-Massnahmen auf der Brücke über die Moldau aufgestellt hatten. Die Festgemeinde trug keine Masken, die Menschen sassen dicht gedrängt, Schulter an Schulter. Desinfektion? Nein!

Am 1. Juli 2020 feierten rund 2000 Tschechen auf der Prager Karlsbrücke den vermeintlichen der Abschied von der Corona-Seuche. Sie nahmen am Festbankett am 500 Meter langen Tisch teil, zu dem sie Speisen und Getränke mitgebracht hatten.

  • Die Freudenfeiern zogen sich hernach durch die ganze Republik. Jetzt hat die zweite Welle das Land im Griff. Am 5. Oktober 2020 herrscht seit Mitternacht Notstand. Tschechien zählt – wie im Nahen Osten Israel – zu den Ländern, die sich in Phase 1 bewährten, dann leichtsinnig wurden und in Phase 2 büssen müssen.