Von wegen “Turnschuh-Generation”!

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“Turnschuh-Generation”? Blödsinn!

Brigadier Raynald Droz gab am 24. April 2020 bekannt, in der Armee seien 21 positiv geteteste Corona-Fälle bekannt. Dies entspricht 0,1% der Kader und Soldaten, die im Dienst stehen. Dazu sei eine redaktionelle Anmerkung erlaubt:

  • Der Prozentsatz liegt deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt. Er legt beredtes Zeugnis ab von der a.o. Disziplin und vom ausgeprägten Durchhaltewillen und -vermögen vieler 1’000 junger Schweizerinnen und Schweizer. Sie stehen seit längerer Zeit ununterbrochen im Dienst und erhielten fünf Wochen lang keinen Urlaub, auch nicht über Ostern.
  • Nach wie vor dienen sie in Einheiten, Zügen und Gruppen, nicht einzeln, sondern im Verband. Mit Sorgfalt und Respekt vor den Regeln halten sie die Infektionen tief. Sie erbringen in a.o. Zeit eine a.o. Leistung. Und sie erhalten die Armee, die letzte strategische Reserve unseres Landes, wie Raynald Droz am 24. April erneut hervorhob, vorbildlich gesund.
  • Vielleicht nehmen das auch die ewigen Nörgeler einmal zur Kenntnis, auch die notorischen Leserbriefschreiber, die an unseren Jungen keinen guten Faden lassen. Wenn sie dann wieder über die vermeintliche „Turnschuh-Generation” höhnen, dann werden wir sie an das disziplinierte, soldatische Engagement der jungen Kader und Soldaten erinnern.

 

PS. zu den “Turnschuhen”. Das dümmliche Klischee von den “Turnschuhen” entstand vor ein paar Jahren im Kontext mit dem gelungenen Projekt “PROGRESS” von KKdt Daniel Baumgartner.

  • KKdt Walsers Vorgänger als Ausbildungschef wollte die Nachteile eliminieren, die früher den RS-Start belastet hatten. Sein Ziel war eine gute erste Ausbildung nach acht Wochen und die Erfüllung der RS-Aufträge nach 18 oder 21 Wochen, je nach Waffengattung.
  • Diese Ziele wollte er nicht mehr mit einem ruppigen, überrissenen RS-Start erzielen, sondern mit einer abgestuften Belastung in den ersten Wochen.
  • Darunter fiel – und darüber kann man streiten, wenn man die üble Polemik von ganz rechts in Betracht zieht – die Möglichkeit, dass der Truppenarzt bei entzündeten Achillesfersen kurzfristig den Marschstiefel-Dispens erteilen konnte. Da fanden armeefeindliche Redaktionen und Fotografen geeignete Bildsujets, “PROGRESS” zu diskreditieren; das lag auf der Hand.
  • Wichtiger ist das Ergebnis: Nach acht Wochen und vor allem bei RS-Ende legten die Schulen den besseren Leistungsstand an den Tag als vorher!

Weichlinge? Von wegen!