Von den Guten spricht man nicht …

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  • Gewiss ist es bedauerlich, dass ausgerechnet in Spiez, in der ABC-Schule 77, mehrere Dutzend Rekruten an Corona erkrankt sind. Den Betroffenen ist von Herzen gute Besserung und die Wiederaufnahme der Ausbildung zu wünschen.
  • Nicht zu vermeiden ist die Aufmerksamkeit, die der Vorfall in den Medien findet. Ärgerlich ist einfach, dass von der überwältigenden Mehrheit der Schulen, die das Problem im Griff haben, nie die Rede ist.
  • Der frühere grosse Korpskommandant Adrien Tschumy hielt oft das fest, was er für den Soldaten “le double défi” nannte, die doppelte Herausforderung durch Feind und Natur. Es gehört zum Handwerk, diese zweifache Bedrohung zu meistern.
  • Jetzt aber kommt ein weiterer heimtückischer Gegner hinzu: Corona. Die Seuche erschwerst den Dienstbetrieb, behindert die Ausbildung und führt zu einer dritten Gefahr. Bereits verdienen Unteroffiziere ihren Grad ab, die unsere Armee nur unter Corona-Bedingungen kennen!
  • Was untergeht, ist die Bewährung Zehntausender gegenüber einer unheimlichen Gefahr, gegenüber dem Virus. Es beginnt mit unserem trefflichen Berufspersonal und den abverdienenden Kadern, deren Arbeit und Einsatz nicht leichter, sondern erheblich komplizierter wird. Sie bestehen die Belastungsprobe klag- und tadellos.
  • Aber auch die Rekruten sind einer zusätzlichen Belastung unterworfen, der sie standhalten. Gut wäre es, auch darüber einmal Schlagzeilen zu lesen (und zu sehen/hören).
  • Die Armee gehört zu den Institutionen, die aufs äusserste Sorge tragen. Spiez ist ein Einzelfall, die Ausnahme, die die Regel bestätigt.