Vier spannende Bücher

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Mai 1993: Machtvolle Kundgebung pro F/A-18 in Bern (sot).

Dokumentation zur Kampfjet-Beschaffung

Fernand Carrel, Walter Dürig, Markus Gygax, Peter Lyoth: Ein Kampfflugzeug für die Schweiz. Schriftenreihe der Bibliothek am Guisanplatz, Ausgabe N° 66, Bern 2017, 372 Seiten, Bestellnummer Artikel-Nr. 500.166.D.

Es handelt sich um eine 2020 erneut aktuelle Dokumentation zum Projekt F/A-18 Hornet, dessen Kauf am 6. Juni 1993 vom Volk nach einem denkwürdigen, mit äusserster Härte ausgefochtenen Abstimmungskampf deutlich angenommen wurde.

Im Buch beschreiben vier sachkundige, direkt beteiligte Autoren die Projektabläufe aus ihren Perspektiven. Ein wertvolles Buch, gerade jetzt wieder im Vorfeld der voraussichtlich am 27. September 2020 stattfindenden Volksabstimmung zu den sechs Milliarden für den F/A-18-Ersatz.

Denn dieser Urnengang kann wie das epische Ringen von 1993 gewonnen werden, wenn alle Kräfte pro Luftwaffe und Armee zusammenhalten.

Frauen an der Kampffront

Reed M. Wood: Female Fighters. Columbia University Press, New York 2019, 281 Seiten, ISBN 978 023 119 2989.

Ein packendes, wissenschaftlich dokumentiert und dennoch leicht lesbares Werk zu Frauen im Kampf, namentlich auch in Bürgerkriegen. Hervorzuheben ist namentlich das Kapitel über die kurdischen Peschmerga-Kämpferinnen, ein Text von beklemmender Aktualität. Die kurdische Minderheit behauptet sich militärisch trotz Rückschlägen seit Jahrzehnten, vor allem auch dank der umfassenden Mobilisierung ihrer personellen Ressourcen, inklusive Frauen.

Aufschlussreich die Unterscheidung von Kriegsparteien, die Frauen auf breiter Front einsetzen, und solchen, die Frauen in Kampfverbänden strikt ablehnen. Reed M. Wood lehrt an den Arizona State University.

KGB-Insider par excellence berichtet 

Nikolai Leonow: Die letzten Aktionen des KGB. Edition Berolina, Berlin 2017, 495 Seiten, ISBN 978 3 95841 0817. 

Der Insider Leonow schöpft zur KGB-Geschichte von 1960–1991 aus dem Vollen. Er verknüpft die Schilderung mit seinem eigenen Werdegang. Jung wurde er zum persönlichen Dolmetscher Fidel Castros. In Panama erlebte er den Sturz von Staatschef Noriega hautnah.

In Russland leitete er viele Jahre das Analysezentrum des KGB, bevor er zum stellvertretenden Chef der Sowjetischen Aufklärung aufstieg. Das Original erschien 2015 in Moskau – mit dem Placet des Regimes unter dem früheren KGB-Residenturleiters von Dresden – Wladimir Putin.

Warum begann Japan Kriege, die es verlieren musste?

S.C.M. Paine: The Japanese Empire. Grand Strategy from the Meiji Restoration to the Pacific War. Cambridge University Press, Cambridge 2017, 210 Seiten, ISBN 9781 110 7676 169. 

S.C.M. Paine ist Professor am US Naval War College und auch Autor der magistralen Analye The Wars for Asia 1911–1949, erschienen 2012. Er löst verwickelte militärstrategische Knäuel sorgfältig auf und legt Kriegsgeschichte ohne gelahrtes Kauderwelsch verständlich dar.

Warum nur begann ein derart gebildetes, höfliches, kultiviertes Volk wie die Japaner 1931 den grausamen Krieg mit China und 1941 in Pearl Harbor den aussichtslosen Kampf gegen die USA? Paine gibt umfassend Antwort.

Und er arbeitet meisterhaft die These heraus, dass ausgerechnet der Inselstaat Japan den Fehler beging, Bodenoperationen mit Seedoktrinen zu führen und den Seekrieg mit Landstrategien. Das Werk beschlägt die Zeit von 1868–1945.