Verteidigt auch Japan Taiwan?

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Die JS Yuuguri, ein Kreuzer der japanischen Asagiri-Klasse.

Im Schatten des Ukrainekriegs schwelen zwei andere globale Konfliktherde weiter:

  • Unablässig treibt Iran seine Atomrüstung voran. Israel will nicht weiter zuschauen, wie das Ayatollah-Regime Uran anreichert. Soeben brachte Präsident Biden den Konflikt in Jerusalem und Riad zur Sprache. Auf die USA kommt es an!
  • Im Fernen Osten provozieren China und Russland den wehrhaften Inselstaat Japan. Schiffe und Flugzeuge nähern sich provokativ japanischen Inseln > selbst dem verlassenen Senkaku-Eiland zwischen Okinawa und Taiwan. Mit Taiwan ist der Kern des Konflikts angesprochen. Wird auch Japan Taiwan verteidigen?

Diese Frage sucht das amerikanische Spitzenmagazin Forbes zu beantworten. Der Analytiker Dave Axe schreibt sinngemäss übersetzt:

  • Sollte Japan in den Taiwankrieg eintreten, würde es sich auf die Miyakostrasse zwischen Okinawa und Miyakojima konzentrieren. Miyakojima ist 400 Kilometer von Taiwan entfernt.
  • Lange lautete Chinas Taiwan-Angriffsplan einfach: Bombardiere zuerst die Insel und transportiere dann, soviel du kannst, über die 150 Kilometer breite Strasse von Taiwan. Aber die Taiwanesen würden jede Meile mit Torpedos, Minen, Raketen und Artillerie verteidigen. Es gäbe ein Blutbad.
  • Vermehrt denken die Chinesen an eine indirekte Attacke. Es ist kein Zufall, dass ihre Jäger, Bomber und Patrouillenflieger Taiwan oft von Osten angehen. Sie nutzen das offene Philippinische Meer. Sie planen auch den Einsatz ihrer derzeit zwei, bald drei Träger von dort her.
  • Um das Philippinische Meer zu erreichen, können sie Taiwan südostwärts durch die Bashistrasse umgehen. Aber die südliche Option ist gefährlich. Taiwan rüstet seine Luftwaffe mit mehr als 200 modernisierten F-16 auf. Im Krieg würden diese über der Bashistrasse eingesetzt.

Miyakojima mit der Miyakostrasse im CIA-Visier.

  • Die zweite Option lautet Miyako. Hier kreuzte im April der Träger Liaoning. Auch er registrierte, was im Philippinischen und Südchinesischen Meer ablief.
  • Japan kann die Miyakostrasse zu einer der gefährlichsten Passagen der Welt machen. Tokio befestigte die eigenen Inseln entlang des Durchgangs. Die japanische Luftwaffe hält den F-35B bereit. Die japanische Doktrin beruht auf der Verteidigung der Strasse von Miyako.
  • Japans Marine ist a.o. stark bewaffnet. Derzeit setzt sie 36 moderne Zerstörer und Fregatten ein, etliche mit dem amerikanischen Aegis. Hinzu kommen 22 grosse Unterseeboote. Aus zwei Helikopterträgern werden Flugzeugträger für die erwähnten F-35B-Stealth-Jets. Zusammen mit der US Navy ergibt das eine redoutable Streitmacht.
  • Wenn Japan in den Taiwankrieg eingreift, erschwert das den Chinesen die Invasion der Insel erheblich – in den Worten des Verteidigungsministers Yasuhide Nakayama: “Wir müssen China abschrecken, wir müssen unsere Bereitschaft zeigen.”

Soweit Dave Axe. Seine Analyse deckt sich mit der Einschätzung europäischer Asienkenner. Auch Südkorea und Australien verfügen über starke Streitkräfte. Im Südchinesischen Meer expandiert China unverfroren. Die Anrainer beobachten den Bau neuer Stützpunkte mitten im Meer mit Argwohn. Trotz des Ukrainekriegs bleiben die Vereinigten Staaten wachsam. Und auf die USA kommt es letztlich an!