USA wollen Raketenwerfer HIMARS liefern!

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HIMARS.

MLRS M-270.

Seit Wochen drängen Präsident Selensky und Aussenminister Kuleba die USA, der Ukraine das derzeit stärkste Artilleriesystem der Welt, den Raketenwerfer HIMARS, zu liefern. Ebenso fordern sie das MLRS-System M-270, das dem HIMARS in vielerlei Hinsicht gleich kommt.

Nun lassen aus Washington erste diesbezügliche Meldungen aufhorchen. Sollten sie sich bewahrheiten, was durchaus möglich ist, dann wäre das militärisch und politisch eine Sensation. Namentlich HIMARS-Werfer liessen das Pendel wieder markant zugunsten der Ukraine ausschlagen. HIMARS ist schlicht ein überragend starkes System. Es feuert Raketen in unwahrscheinlich dichter Schussfolge ab – und es reicht leicht 300 Kilometer weit: tief nach Russland hinein, nicht nur nach Belgorod, viel weiter nach Woronesch, Kursk, Smolensk, notfalls auch nach Minsk.

Die amerikanischen Medien berufen sich auf mehrere “hohe Beamte”, was schlicht bedeuten kann: Das Pentagon, womöglich sogar das Weisse Haus stechen den Ukrainern die gute Nachricht durch. CNN berichtet, Präsident Biden könnte die Lieferung nun rasch ankündigen.

Gut transportierbar

Beide modernen Systeme, HIMARS und M-270, sind relativ leicht und vom Air Mobility Command (AMC) der amerikanischen Luftwaffe problemlos transportierbar. Im kritischen August 2021 bewies das AMC auf der Evakuationsroute Kabul–Doha-Ramstein, wozu es fähig ist. Allerdings gehören beide Systeme zu den komplexen Waffen der amerikanischen Artillerie. Nach dem Prinzip train the trainer müssten amerikanische Heeresinstruktoren ukrainische Offiziere ausbilden, die ihr Wissen und Können dann in ihrem Land instruierten.

Dass die ukrainischen Kader und Kanoniere rasch lernen, stellen sie im Kampf um den Donbass an der gezogenen 155-mm-Haubitze M777 unter Beweis. Bisher lieferten die USA, Kanada und Australien miteinander gut 100 M777-Haubitzen nach Kiew. Biden stellte Selensky weitere 18 in Aussicht (ergibt gemäss NATO-Nomenklatura ein ganzes Bataillon à drei Batterien zu sechs Rohren). Die Umschulung der ukrainischen Artilleristen verlief sehr zügig. Erste Fotos zeigen sie im scharfen Schuss.

Ukrainer an der M777.

Mit HIMARS und M-270 müssten die USA der Ukraine auch Munition liefern. Beide Systeme verschiessen in kurzer Zeit gewaltige Dotationen. Zu den Werfern, der Feuerbeobachtung, -leitung und -führung käme ein enormer Bedarf an Raketen. In Sachen Javelin und Stinger legen die USA eine eindrückliche Grosszügigkeit an den Tag. Sie gehen sehr weit, um dem Partner Ukraine die verschossene Munition zu ersetzen.

Auch politisch eine Bombe

Stimmt Joe Biden der HIMARS-Lieferung, ist das auch politisch eine Bombe. Schon droht Russland dem Präsidenten mit Konsequenzen, wenn die USA der Ukraine weit reichende Artilleriewaffen lieferten. Sagt Biden ja zu HIMARS, bietet er Putin die Stirn. Viel weiter kann er in Sachen Artillerie nicht mehr gehen. Der Schritt zu Kampfpanzern und Kampfjets wäre dann nicht mehr gross.

Was Putin unter Vergeltung versteht, müsst sich weisen.

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