US Navy hat zwei Träger südlich Taiwan

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Die Southfront-Karte zeigt blau die Träger im Einsatz: im Atlantik die USS Harry S. Truman und im Philippinischen Meer die USS Carl Vinson und die USS Ronald Reagan.

Die rotchinesische Luftwaffe provoziert den Inselstaat Taiwan weiter. Die taiwanesische Luftwaffe meldet auch am 5. Oktober 2021 mehrere Dutzend Verletzungen ihres Luftraums.

Wo operieren heute die Flugzeugträger der Vereinigten Staaten, des stärksten Verbündeten der bedrohten Republik Taiwan? Die tagesaktuelle Karte von Southfront zeigt:

  • im Atlantik in der Operationszone “Virginia Capes” die USS Harry S. Truman;
  • im Philippinischen Meer die USS Carl Vinson und die USS Ronald Reagan.

Die übrigen Träger befinden sich in den Heimathäfen oder – im Fall der USS George Washington – für eine Überholung in Norfolk.

Vier Träger im Manöver

Zur Position der beiden Träger im Philippinischen Meer südlich von Taiwan zogen wir als Experten unseren Marine-Fachmann Oberst i Gst Jürg Kürsener heran. Selbst angesichts der Provokationen warnt er davor, die gemeinsamen Manöver der USS Carl Vinson, der USS Ronald Reagan, der britischen HMS Queen Elizabeth und des japanischen Heli-Trägers JS Ise zu überschätzen. Wohl setzt ihr kraftvolles Manöver einen Akzent – so nahe bei Taiwan. Doch zu beachten gilt:

  • Die USS Carl Vinson befindet sich auf dem Rückweg in den Indischen Ozean, präziser: ins Arabische Meer. Southfront deutet das mit einer punktierten Linie an. Die USS Roland Reagan kann, muss nicht via Borneo und die Philippinen in ihren Heimathafen Yokosuka auf der japanischen Hauptinsel Honshu zurückverlegen. Den Anfang dieser Route zeichnet Southfront punktiert ein; den weiteren Verlauf lässt die Karte offen.
  • Die HMS Queen Elizabeth wird sich nicht mehr lange East of Suez, östlich von Suez, aufhalten. Über Singapur, den Indischen Ozean, den Suezkanal und das Mittelmeer soll sie nach Grossbritannien zurückkehren.

F-35B-Landung auf der JS Izumo. Japan ist zurück im Kreis der Streitkräfte mit Flugzeugen auf Trägern, erstmals wieder seit 1945.

  • Bemerkenswert ist die Präsenz der JS Ise. Sie ist einer der drei Heli-Träger der Izumo-Klasse, die zur Aufnahme des Senkrechtstarters F-35B umgebaut werden. Wie Jürg Kürsener eruierte, begann die JS Izumo am 3. Oktober 2021 vor der Insel Shikoku mit dem Training von F-35B des US Marine Corps. Die Japaner erhalten 42 STOLV-F-35B.
  • Mit der Premiere auf der Izumo setzt Japan erstmals wieder seit dem Zweiten Weltkrieg Flugzeuge von Trägern ein (bisher in der Nachkriegszeit nur Helikopter).
  • Keine Rolle spielt die deutsche Bundesmarine. Die Fregatte Bremen befindet sich im Hafen Freemantle bei Perth an der australischen Westküste – weit vom Schuss. Sie soll später Yokosuka (Tokio) besuchen.

Landgestützte US Air Force

Oberst i Gst Kürsener erinnert daran: Das stete Streben der Amerikaner nach Luftüberlegenheit stützt sich nicht allein auf die Träger. An allen Fronten ist ebenso landgestützt die US Air Force präsent:

  • Im westlichen Pazifik unterhält sie starke Air Bases auf Guam, auf den japanischen Hauptinseln und in Südkorea. Ausser Guam besitzen die USA zwischen Midway und China weitere Inseln, die sie jetzt zu Stützpunkten für die Luftwaffe ausbauen. Bei der Verlagerung des strategischen Schwergewichts nach Asien verstärken sie die Präsenz ihrer Air Force nachhaltig.
  • Im Arabischen Meer stellt sich angesichts der Southfront-Karte die Frage: Wo ist denn da ein Träger – südlich von Afghanistan? Das, was über dem Hindukusch jetzt noch nötig ist, wird von Flugplätzen am Persischen Golf aus geflogen.
  • In Katar stationierten die USA Staffeln der Typen River Joint, JSTARS, Stratotanker, Globemaster und Hercules. In Bahrain, dem HQ der 5. Flotte, stehen Harrier und Poseidon, in den VAE 12 F-15C, 18 F-15E, 12 F-35A, 4 U-2S und 12 KC-10A. Saudiarabien beherbergt 12 F-22A und 5 EA-18G.