US Artillery – vorwärts mit Hyperschall!

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Siehe auch > US Artillery 2 – Taktisch über 70 km und US Artillery 3 – Starke Raketenwaffe

Am 8. Oktober 2020 gab Lockheed Martin diese Zeichnung vom künftigen Hyperschall-Gleiter frei. LRHW steht für Long Range Hypersonic Weapon, Langdistanz-Hyperschallwaffe.

 

  • Schon vor dem Hyperschall-Schock dieser Tage forcierte die amerikanische Artillerie ihre Erneuerung. Jetzt aber jagte China eine Hyperschall-Rakete über den Südpol – und den Amerikanern mächtigen Schrecken ein.
  • Die stolze Raketenabwehr der USA besitzt im Moment gegen das chinesische Geschoss keine Abwehrwaffe. Das beschleunigt Amerikas Anstrengungen, die US Artillery wieder zur besten der Welt zu machen.
  • Die amerikanische Artillerie umfasst Geschütze von der gezogenen M119-105-mm-Haubitze bis zur potentiellen Hyperschallwaffe. Diese soll über Tausende Meilen hinweg gegnerische Ziele präzis vernichten. Das Schwestergeschütz der M-119, die M-777-155-mm-Haubitze, verschiesst taktisch die punktgenau GPS-gelenkte M982-Excalibur-Granate – auf eine Wirkungsdistanz von knapp 40 Kilometern.

Kongress fordert zügigen Fortschritt

Mit Sorge beobachtet in Washington der Kongress Chinas und Russlands Hochrüstung. Der Forschungsdienst des Parlaments leistet ganze Arbeit. Zur weitreichenden Artillerie veröffentlicht der Experte Andrew Feickert eine profunde Studie, in der er den Senatoren und Abgeordneten ihren Handlungsbedarf aufzeigt.

  • Gemäss Feickert fordert die gegnerische Artillerie- und Raketenrüstung das amerikanische Militär, namentlich das Heer, heraus. China und Russland entwickelten neue Munitionsarten: sehr präzis, thermobarisch, ganz auf die Offensive ausgerichtet. Die Hochrüstung vertieft die Sorge, der Gegner könne mit seinen Kanonen und Raketen amerikanische Operationen und terrestrische Waffen lähmen.
  • Das amerikanische Herr nimmt den Kampf auf. Die Army stärkt ihre Fähigkeit im long-range precision fire (LRPF), im Präzisionsfeuer auf lange Distanzen. Sie kawestiert bestehende Artillerie- und Raketenwaffen, entwickelt neue Langdistanz-Kanonen und Hyperschallwaffen, passt das Luftwaffen- und Heeres-Konzept zu kombinierten Operationen an und fordert Langdistanz-Fähigkeiten, die russische und chinesische anti-access, area denial (A2/AD) strategies unterbinden.

Chinas berüchtigte Neun-Striche-Linie – Pekings territorialer “Anspruch” im Südchinesischen Meer. Rechts Amerikas Stützpunkte auf Okinawa, den Philippinen und Guam.

  • A2/AD-Strategien werden definiert: Es handelt sich um gegnerische Operationen, die Amerikas Bewegungs- und Aktionsfreiheit einschränken – in Europa und im Pazifik. Auf der Hand liegt: Im indopazifischen Raum geht es um das Südchinesische Meer und Wasserstrassen wie Malakka, Serang, Karitma, Serang, Luzon und Taiwan. In Europa richtet sich das Augenmerk auf die Ost- und die Nordsee, auf das Schwarze und das Mittelmeer.
  • Damit sind nochmals die Gegner definiert: Russland in Europa, China im Pazifik.

Fünf Stossrichtungen

Das Heer verfolgt fünf Stossrichtungen:

  • Das Extended Range Cannon Artillery (ERCA) program, das Programm für eine Artillerie-Kanone ausgedehnter Reichweite, entwickelt ein System, das über mehr 70 Kilometer hinweg präzises Feuer gewährleistet. Im Vergleich zur heutigen Schussdistanz von fast 40 Kilometern kommt das einer deutlichen Steigerung gleich.
  • Die Precision Strike Missile (PrSM) ist eine gelenkte Boden-Boden-, Präzisions-, Allwetter-Rakete. Sie wird abgeschossen vom M270A1-Mehrfachraketenwerfer (MLRS) und vom hochmobilen M142-Raketenwerfer, dem weltweit gefürchteten HIMARS. Die Feuerkadenz wird verdoppelt.

HIMARS 2017 bei der Zerstörung der ISIS-Stellungen am Flugplatz Kabul. Das Feuer dauerte eine Stunde und kostete 40 Millionen $.

  • Das Heer prüft die Machbarkeit einer Strategic Long-Range Cannon (SLRC)Die Strategische Lang-Distanz-Kanone soll mit einem Hyperschall-Geschoss über 1’600 Kilometer hinweg gegnerische Fliegerabwehr-, Artillerie- und Raketen-Systeme vernichten. Ebenso soll das Geschütz feindliche Hauptquartiere und Kommandoposten bekämpfen.
  • Die Heeres-, Marine-, Luftwaffen- und Raketen-Agentur (MDA) entwickelt den Common Hypersonic Glide Body (C-HGB), den gemeinsamen Hyperschallgleiter, den das Heer in sein Langdistanz-Hyperschall-Programm (LRHW) integriert. Mobile Raketenwerfer des Heeres sollen den Gleiter einsetzen.
  • Das Heer modifiziert die bestehenden Navy SM-6 und UGM-109 Land Attack Missiles. Beide Waffen stammen von Raytheon. Bei der SM-6 handelt es sich um eine bewährte Flieger- und Bodenabwehr-Rakete, bei der UGM-109 um den bekannten Marschflugkörper Tomahawk, mit dem die US Navy zu Beginn von Kriegen jeweils die feindliche Fliegerabwehr und Küstenverteidigung zerstört. Ebenso traf die Navy mit dem Cruise Missile in Syrien nach Asads Chemie-Angriffen sehr genau Flugplätze und Chemiefabriken. Neu sollen die beiden Raytheon-Waffen auch dem Heer für den Bodenkrieg zur Verfügung stehen.

Marshlufkörper Tomahawk UGM-109-TLAM-002 von Raytheon.

SM6-Abschuss zur See.

 

Soweit die Sichtweise des amerikanischen Kongresses zur Notwendigkeit, in Sachen Langdistanz-Waffen rasch aufzuholen. In einem nächsten Beitrag beleuchten wir die Anstrengungen der US Artillerie, im taktischen Feuer die Spitzenstellung zu halten und auszubauen.