Unterbestand — Daran krankt die Armee

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Alle reden vom neuen Kampfjet. So weit, so gut.

In der Truppe beschäftigt ein anderes Problem namentlich die Kader. Es sind die chronischen WK-Unterbestände selbst in Eliteverbänden — plus das fehlende Berufsmilitär.

Drei reissende Bäche vereinen sich zu einem gefährlichen Fluss:

  • Da ist zunächst das Problem Nummer 1: die überbordenden WK-Dispensationen. Vor allem im Bereich der Hochschulen aller Art erhalten Studenten den WK-Dispens mit Leichtigkeit. Studenten bestimmen de facto in freier Wahl, ob und wann sie in den WK einrücken.

Wenn der Kommandant einer Einheit dann noch das Pech hat, dass seine Kompanie oder Batterie vor Prüfungen zum WK einrückt und im Verlauf der drei Wochen etliche ihren letzten Diensttag erreichen, dann werden Anfangsbestände von 55% und Entlassungszahlen unter 50% gemeldet.

  • Bücher müsste man schreiben zum Problem 2: zum Missbrauch des Zivildienstes. Jahr für Jahr verliert die Armee mehr als 6000 Mann an das Heer der Zivis.
  • Gravierend ist ebenso das Problem 3: der Mangel an Berufsunteroffizieren und -Offizieren, verursacht auch durch die unsinnige Anhebung des Rentenalters auf 65 Jahre.

Alle drei Probleme sind hausgemacht — politisch. Von Armeeabschaffern und deren Mitläufern, die nicht mehr wissen, wo in der Truppe, der Substanz der Armee, der Schuh drückt.