Türken, Kurden, Asad, Iran — die Lage

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“Die Büchse der Pandora“ — ein abgegriffenes Bild; aber wahr, was Trumps einsamen Beschluss angeht, die kurdischen Verbündeten in Nordsyrien dem Schicksal zu überlassen.

  • Die 2. Armee der türkischen Streitkräfte überzieht kurdische Dörfer seit dem 9. Oktober mit Feuer, Tod und Zerstörung — Operation „FRIEDENSQUELL“!
  • Erneut sind — konservativ geschätzt — Abertausende auf der Flucht. Als ob es nicht genügt, dass der syrische Bürgerkrieg rund 12 von 22 Millionen Einwohnern entwurzelt hat.
  • Die kurdischen Verteidiger konzentrieren die Abwehr auf Strassen, Knotenpunkte und Schlüsselorte. Sie heben in ihren Stützpunkten Gräben aus, errichten Wälle und blenden gegnerische Drohnen mit dem Rauch brennender Reifen.
  • Die Kurden entblössen die Wachen in den ISIS-Gefangenenlagern. ISIS-Terroristen fliehen und organisieren sich erneut — die Büchse der Pandora.

Asad zum Eingreifen bereit

Das Asad-Regime droht, im Norden einzugreifen. Wenn wir von Asads Streitmacht reden, heisst das:

  • Die 4. Division unter Bashar al-Asads jähzornigem Bruder Maher,
  • plus Asads Shabihah-Todesschwadronen,
  • plus die russische Luftwaffe, die den Himmel über Syrien mehr denn je beherrscht,
  • plus die iranischen Pasdaran, die alles tun, Asad zu stützen und ihre schiitische Landbrücke ans Mittelmeer  zu bauen.

Wer übertreibt?

  • Die Türkei meldet 525 tote kurdische Kämpfer, die kurdische Führung spricht von 45, die neutrale Beobachtungsstelle SOHR von 85. Umgekehrt lauten Zahlen zu türkischen Gefallenen.

 Lage vom 14. Oktober 2019, 2.30 Uhr/fo.