Trump verlegt 3500 Elitesoldaten an den Golf

Standard

 

US Marine Corps (usmc).

82nd Airborne Division (abd).

Am 3. Januar 2020 verlegten die USA weitere Elitetruppen an den Persischen Golf. In Irak trafen ein:

  • Ein starkes Detachement des US Marine Corps, das in den Irak-Kriegen von 1991 und 2003 jeweils tragende Rollen gespielt hatte – unbestritten eine Teilstreitkraft von legendärer Qualität.
  • Ein nicht näher bezeichneter Verband der 82nd Airborne Division aus Fort Bragg – auch das ein Name, der in den amerikanischen Streitkräften für Tradition, Exzellenz und Kriegserfahrung in Mittelost bürgt.

In seiner orientalischen Zick-Zack-Politik schlägt Präsident Trump momentan die harte Linie ein. Mit der Verlegung von kampfstarken Truppen warnt er Iran: Diesmal gilt es ernst.

Allerdings ist die amerikanische Militärpräsenz am Golf nach wie vor nicht mit den beiden Aufmärschen zu den Irak-Feldzügen 1991 und 2003 zu vergleichen. Von der irakischen Kuwait-Besetzung am 1./2. August 1990 an bauten die USA bis zur Eröffnung des 1. Irak-Kriegs eine Streitmacht von über 500’000 Mann auf. Diese gewaltige Dislokation wiederholte sich 2003, als die USA am Golf erneut mehr als eine halbe Millionen Mann zusammenzogen, bevor Präsident Bush den Angriffsbefehl zum 2. Irak-Krieg erteilte.

Das Emblem der Marines.

Das Emblem der 82. Luftlandedivision.

Auch wenn die USA ihr Waffen- und Munitionsarsenal seit 2003 gewaltig entwickelten und ausbauten, sind diese Dimensionen zu bedenken, wenn man jetzt schon wieder vom grossen Krieg USA (evtl. mit Israel) gegen Iran redet. Bei allem Säbelrasseln bleiben die beiden Fragen offen:

  • Kann sich Trump ein neues militärisches Orient-Abenteuer leisten – er, der er schon im Wahlkampf 2016 versprach: “I bring our boys home” und dieses Versprechen jetzt erneuert?
  • Will das extreme Ayatollah-Regime einen Krieg mit den USA – in einer innenpolitisch-wirtschaftlichen Krise, in der es Aufstände mühsam niederhält?

Graham, Trump.

Gleichzeitig gilt es die Falken in allen Lagern zu beachten:

  • In den USA lobte Senator Graham, einer der treuesten Trump-Vertrauten, den Präsidenten ausdrücklich für die Tötung Soleimanis. Graham vertritt den radikalen Flügel der Republikaner, den Trump im Wahlkampf, aber auch gegen das Impeachment braucht.
  • Soleimani gehörte in Teheran zu den Hardlinern um Khamenei und die ganze Spitze der Revolutionsgarden. Die iranischen Scharfmacher haben jetzt Blut gerochen.
  • Auch in Israel befürwortet seit langer Zeit politisch und militärisch eine starke Strömung den Zerstörungsschlag gegen die iranische Atomrüstung.

Vorsichtig ausgedrückt: eine virulente Lage.

Wo die Marines an Land gehen, gilt es ernst.