Trump “rächt” Erdogans S-400-Einsatz

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Siehe auch > Das Dokument zum US-Schlag gegen Erdogan

Russlands Luftwaffe fliegt S-400 nach Ankara.

  • Wieder schlägt Präsident Trump gegen die Türkei zu. Er überzieht den Verbündeten an der strategischen NATO-Südostflanke mit Sanktionen.
  • Begründet wird die Abstrafung von Präsident Erdogan mit dem Einsatz der russischen S-400-Flab-Systeme. Nachdem Almaz-Antei die modernen Fliegerabwehrwaffen via russische Militärtransporter nach Ankara geliefert hatte, sperrte Trump den Türken die Lieferung der bestellten F-35A-Kampfjets. Zugleich nahm er die türkischen Zulieferer aus der Produktion von Lockheed Martin.
  • Zuerst erprobte die türkische Luftabwehr die S-400 auf ihren ausgedehnten Testanlagen. 2020 stellte sie die 400 Kilometer weit reichenden Raketen in Dienst, was nun Trumps wohl letzten Schritt gegen den NATO-Partner auslöste.

MAKS 2019. Erdogan fragt Putin: “Kann ich denn kaufen?”

  • Brisant ist die Lage an der Kampfjet-Front. Schon auf der MAKS 2019, noch vor Corona, zeigte Präsident Putin dem türkischen Gast Erdogan das Cockpit des russischen Superflugzeugs Suchoi-57 (ursprünglich T-50). Noch ist die Frage müssig: Wie müsste sich Präsident Biden schadlos halten, würde Erdogan Su-57 bestellen?

Ambivalentes Verhältnis Putin-Erdogan

Anzumerken bleibt politisch: Das Verhältnis zwischen den Autokraten Putin und Erdogan ist ambivalent.

  • In Syrien halten türkische und russische Verbände in der Lage A zusammen; handkehrum blockieren sie sich in der Lage B wieder, wenn es das eigene Interesse erfordert. Im Krieg um die Rebellenhochburg Idlib schoss eine türkische Bayraktar-2-Kampfdrohne auf russische Stellungen.
  • In Libyen rettete Erdogan seinen Verbündeten al-Sarraj, als die Aufständischen vor der Einnahme der Hauptstast Tripolis standen. In der libyschen Wüste nahm er die Konfrontation mit der russischen Söldnertruppe des Warlords Wagner in Kauf.

Die Wagner-“Armee” in Libyen. Links russ. Il-76 Candid und Su-24 Fencer, rechts Pantsir-Flab S-22.

  • Im Krieg um Berg-Karabach unterstützte Erdogan mit Truppen, “Beratern” und syrischen Söldnern den azerbaidschanischen Angriff offen. Er verhalf seinen muslimischen Glaubensbrüdern zum Sieg. Putin hasst die für ihn “revolutionäre” Regierung Armeniens und liess die Azeris militärisch gewähren. Dafür strich er die politische Dividende am grünen Tisch ein: Er liess die “Friedenstruppe” einfliegen und stellt Verbände sogar im Turk-Staat Aserbeidschan.
  • Die USA haben sich unter Trump, sieht man von Special Forces in Syrien ab, aus den genannten Konflikten verabschiedet – oder waren, wie in Nagorny Karabach, gar nie präsent.
  • Sucht Präsident Biden das zerschlagene Geschirr zu kitten? Allerdings war es “sein” Chef Obama, der den Türken Patriot-Raketen verweigerte – und Erdogan in russische Hand trieb (S-400-Kauf).