Top 10: Die stärksten Luftmächte der Welt

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Wie immer zu Ranglisten unser Vorbehalt: Im Gegensatz zum 100-Meter-Lauf, wo Tausendstelsekunden entscheiden, gleichen solche Einschätzungen eher dem Eiskunstlauf mit dessen subjektiven Noten. Dennoch ist es aufschlussreich, zu welchem Ergebnis die Flugrevue zu den stärksten Luftmächten der Welt gelangt.

  • Wenig überraschend führt die US Air Force. Ebenso mussten China und Russland auf den Rängen 2 und 3 erwartet werden.
  • Hingegen verblüfft die Häufung von sieben der zehn Staaten in Asien. Neben China sind das Indien, Nordkorea, Südkorea, Pakistan, Saudiarabien und Japan. Saudiarabien fällt aus dem Rahmen: Das Königreich gehört eindeutig zum Nahen Osten, und mindestens seine einheimischen Piloten sind nicht über alle Zweifel erhaben.
  • Dass Japan mit seinen F-35 und den ausgezeichneten Piloten auf Rang 10 so weit hinter Pakistan und Japan liegt, erstaunt ebenfalls.
  • Unverständlich ist das Fehlen von Israel und europäischen Luftwaffen wie der Royal Air Force oder der französischen Armée de l’air. Oder Norwegen oder Deutschland oder die Türkei oder Australien.

Sei, wie dem sei. Hier folgt einfach die Rangliste mit dem Originaltext der Flugrevue.

 

Betrachtet man das internationale Spannungsverhältnis, wundert es nicht, dass die meisten der größten Kampfflugzeugflotten im asiatischen Raum angesiedelt ist. Nicht in der Liste vertreten ist der Iran mit wohl rund 160 Kampfflugzeugen, aber vielleicht dem interessantesten Flottenmix mit Flugzeugen aus Ost und West sowie mancher Eigenproduktion.

Kleine Überraschung: Unter den zehn grössten Luftmächten der Welt findet sich im Januar 2019 keine Nation aus Westeuropa. Hier stellt Frankreich mit derzeit 271 Kampfjets die größte Macht, wovon 232 bei der Armée de l’Air und 41 bei der Marine im Einsatz stehen. Auf europäischer Ebene folgen Deutschland (206 Jets), Griechenland (187) und Italien (197).

Platz 9: Saudi-Arabien

Mit 72 Eurofighter Typhoon ist die königliche Luftwaffe Saudi-Arabiens weltweit zum größten Exportkunden dieses Musters avanciert.

325 Kampfjets

Die Saudis sind nicht nur größter Eurofighter-Exportkunde, sondern auch die zahlenmässig stärkste Luftmacht am Golf – und schaffen es mit insgesamt 325 Kampfjets in ihren Reihen auf Platz 9 der größten Luftmächte weltweit. 72 Eurofighter Typhoon nennt die Luftwaffe des streng islamischen Landes ihr Eigen. Dazu gesellen sich derzeit 81 Tornado IDS sowie 172 Boeing F-15 der Baureihen C, S und SA (Saudi Advanced), einer eigens für die saudischen Streitkräfte modernisierten Variante.

Platz 8: Ägypten

Ägypten war erster Exportkunde für die Dassault Rafale. Von den insgesamt 24 georderten Maschinen waren im Januar 2019 17 ausgeliefert.

341 Kampfjets

Ägyptens Luftwaffe ist – gemessen an der Anzahl der Kampfflugzeuge – die achtgrößte der Welt. Unter den eingesetzten Flugzeugen findet sich ein buntes Sammelsurium von Jets aus westlicher wie östlicher Produktion. Die bis vor Kurzem noch eingesetzten MiG 21 wurden zwar mittlerweile ausgemustert, mit derzeit 11 MiG 29, bzw. MiG 35 (30 weitere bestellt) hält sich jedoch auch ein recht moderner Vertreter aus Russland in der Flotte. Das Rückgrat der Luftwaffe bildet jedoch die F-16 mit 168 eingesetzten Exemplaren. Dazu gesellen sich 75 Mirage 5, 15 Mirage 2000EM, 13 Alpha Jets sowie 17 Rafale aus französischer Produktion. Sieben weitere Rafele stehen noch auf der Bestellliste. Ziemlich exotische Vertreter sind die chinesische Nanchang Q-5 (30) und die bewaffnete Version des Agrarflugzeugs AT-802 Air Tractor, von der Ägypten 2016 zwölf Exemplare zur Bekämpfung von Aufständen beschafft hat. Die Maschinen stammen aus Beständen der Vereinigten Arabischen Emirate.

Platz 7: Pakistan

Die JF-17 gab ihr westliches Debüt in Farnborough 2010.

438 Kampfjets

Mehr als ein Drittel der Kampfflugzeugflotte Pakistans besteht aus Varianten der chinesischen MiG-21-Kopie F-7 (136). Auch die Mirage III (69) und Mirage 5 (90) sowie die Lockheed F-16 (45) sind noch zahlreich vertreten. Die Zahl der gemeinsam mit China entwickelten JF-17 “Thunder” beträgt 98 und steigt derweil weiter. Bald schon wird dieses Flugzeug das Rückgrat der Luftstreitkräfte darstellen und die älteren Muster zumindest teilweise verdrängen.

Platz 6: Südkorea

Boeing F-15K Slam Eagle bei der Red-Flag-Premiere in Nevada.

466 Kampfjets

Noch ist die Northrop F-5E mit 158 Exemplaren in den Reihen der südkoreanischen Luftwaffe am häufigsten vertreten. Zudem fliegt noch die F-4E Phantom (71) in Südkorea. Aber auch in diesem Land hat die Modernisierung begonnen und Muster wie die F-15K Slam Eagle (59) finden sich in der Flotte wieder. Darüber hinaus verfügen die Südkoreaner derzeit über 118 F-16C sowie 60 Exemplare des leichten Kampfflugzeugs KAI FA-50 aus heimischer Produktion. Dabei handelt es sich um ein Derivat des Trainers T-50 Golden Eagle.

Platz 5: Nordkorea

Eine nordkoreanische Mikojan MiG-21 beim Start.

572 Kampfjets

Auf dem Papier verfügt Nordkorea über die fünftgrösste Kampfflugzeugflotte der Welt. Wie viele der Maschinen allerdings wirklich einsatzbereit sind, ist offen. Zudem ist die Flotte größtenteils veraltet: Im Inventar finden sich vor allem Oldtimer aus chinesischer und sowjetischer Produktion. Dazu zählen die Shenyang F-5 (106) und F-6 (97), Chengdu F-7 (120), Harbin H-5 (80), Mikojan MiG-21 (26) und MiG-23 (56) sowie Sukhoi Su-7 (18). Die modernsten Flugzeuge in der Flotte sind 35 MiG-29 älterer Bauart sowie 34 Su-25.

Platz 4: Indien

Der Tejas-Fighter ist nach langer Entwicklungszeit nun einsatzbereit.

694 Kampfjets

Noch herrscht bei den indischen Luftstreitkräften eine sehr große Typenvielfalt. In keinem anderen Land finden sich Muster wie Sepecat Jaguar (130), MiG-21 (134), MiG-27(44), MiG-29 (66), Mirage 2000 (45) oder Su-30 (229) nebeneinander. Mit der Einführung der Dassault Rafale und HAL Tejas dürften jedoch einige Muster wegfallen. Die heimische Tejas ist bereits mit zehn Exemplaren im Inventar vertreten, 110 weitere sollen künftig noch dazukommen. Von der Rafale haben die Inder 36 Stück bestellt. Zudem könnten in ein paar Jahren bis zu 144 Sukhoi Su-57 die Schlagkraft der indischen Luftwaffe noch deutlich steigern.

Platz 3: Russland

Suchoi Su-27 aus Lipetsk bei der Landung.

1591 Kampfjets

Die russischen Luftstreitkräfte durchlaufen seit einiger Zeit ein erhebliches Modernisierungsprogramm. Neben neuen Mustern stoßen auch modernisierte Jets zur Flotte. Zahlenmäßig ist die Sukhoi Su-27 mit ihren Derivaten Su-30 und Su-35 am stärksten vertreten. 408 Flugzeuge dieses Typs finden sich in den Reihen der Luftwaffe. Dazu kommen weitere 42 bei der Marine (Su-30 und Su-33). Außerdem fliegen die Russen aktuell 277 MiG-29 (bzw. MiG-35), 296 Su-24, 200 Su-25, 132 MiG-31, 111 Su-34, 67 Tu-22M, 42 Tu-95 und 16 Tu-160. In Kürze sollen außerdem die ersten Su-57 einsatzbereit sein, von der die Luftwaffe bis zu 60 Stück geordert hat.

Platz 2: China

Ein verbesserter Prototyp der J-20 mit der Kennung 2011 hob am 1. März 2014 in Chengdu zum Erstflug ab.

1624 Kampfjets

Gemessen an der Zahl der aktiven Kampfflugzeuge hat China 2019 Russland überholt. Und auch bei den Chinesen laufen umfassende Programme zur Modernisierung der Streitkräfte. So hat die Luftwaffe inzwischen die ersten zehn Chengdu J-20 in Dienst gestellt. Gleichzeitig wächst die Zahl der ebenfalls in China entworfenen J-10 kontinuierlich und beträgt aktuell 235 Exemplare. Hinzu kommen 25 J-10, die für die Marine fliegen. Das am häufigsten vertretene Muster bleibt bis auf Weiteres jedoch die auf der MiG-21 basierende J-7 mit 388 Exemplaren (plus 30 bei der Marine). Weitere Flugzeugtypen in den Reihen der chinesischen Luftstreitkräfte (Luftwaffe und Marine zusammen): 391 Sukhoi Su-27/30/33/35 (bzw. Shenyang J-11, J-15 und J-16), 150 Harbin H-6, 148 Nanchang Q-5, 143 Shenyang J-8, 104 Xian JH-7.

Platz 1: USA

Die F-15E wird bei der US Air Force bis 2035 fliegen.

2826 Kampfjets

Wenig überraschend und doch beeindruckend, wenn man die nackten Zahlen betrachtet: Die USA behaupten auch 2019 ihren Spitzenplatz als größte Luftmacht der Welt. Und zwar unangefochten – mit 2826 Kampfjets besitzen sie beinahe so viele wie Russland und China zusammen. Die US Navy allein mit ihren 530 Jets wäre auf Platz 6 gekommen. Auch wenn einige Muster in den USA außer Dienst gehen, ist mit der Einführung der Lockheed Martin F-35 Lightning II (aktuell 81 in allen Teilstreitkräften) für Nachschub gesorgt. Dazu gesellen sich bei der US Air Force derzeit satte 790 F-16C, 432 F-15C und E, 287 Fairchild A-10C, 178 F-22, 74 B-52H, 59 B-1B, 30 Lockheed-Martin AC-130 und 19 B-2. Das US Marine Corps verfügt über noch 104 Harrier AV-8B+ sowie über 249 F/A-18C und D. Standardflugzeug der US Navy ist die F/A-18E und F mit 379 Exemplaren. Auch 149 F/A-18C finden sich noch in der Liste.