Syrien — Die militärischen Stärken

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Zuerst ein Trump-Zitat

“Jeder, der die Kurden schützt, ist bei mir willkommen — Russland, China oder Napoleon Bonaparte. Wir sind 7000 Meilen entfernt“. (11‘200 km)

Asads Regierungsarmee (Stand 15. Oktober 2019)

  • Die Asad-Armee mit russisch-iranischer Unterstützung überschritt den Euphrat nach Norden und erreichte die beherrschende Strasse M4, die von Aleppo zur irakischen Grenze führt, parallel zur türk. Grenze, etwa 30 km weiter südlich.
  • Weitgehend kampflos stiess Asads 4. Division ins Vakuum, das die US Special Forces hinterlassen.
  • Die Regierungsarmee nahm am Euphrat den Damm und das Wasserkraftwerk von Tabqa und die alte ISIS-Hauptstadt Raqqa in Besitz — plus an der M4 die wichtigsten Orte Ain-Assa und Tal-Amer, das Zentrum assyrischer Christen.

Die 2. Türkische Armee umfasst:

  • Zwei Pz Br mit Leopard-2 A4 und Patton M-60 A1
  • Zwei Mech Inf Br mit Spz AIFV
  • Eine Commando Brigade
  • Zwei MP Bat
  • Eine Anzahl Spezialkräfte
  • Die genaue Bestandesangabe fehlt noch und variiert je nach Zuführung neuer Kräfte. Erste Schätzungen sprechen von mehreren 10‘000 Türken auf syr. Territorium.
  • Bilder aus den Mech Inf Bat zeigen Infanterie mit dem neuen Schnellfeuergewehr, das die alte Waffe, HK G3, ersetzt.
  • Verstärkt wird die türkische Streitmacht von Aufständischen, die mit ihr verbündet sind, vornehmlich turkmenischer Herkunft (rund 6‘400 Mann).

60‘000 kurdische YPG-Kämpfer?

Was die Stärke der kurdischen YPG-Verteidiger betrifft, bleibt man auf deren eigene Angaben angewiesen. Demnach führen 60‘000 Mann den Abwehrkampf.

Allein bei der Niederringung des ISIS wollen die Kurden 11‘000 Mann verloren haben; demgegenüber beziffern sie die Verluste der USA gegen den ISIS auf fünf Mann. Um so härter trifft sie Trumps Verrat.

Rennen um Manbij

An der türk. Grenze konzentrieren sich die Gefechte nach wie vor auf die Schlüsselorte Tal-Abyad, Ras-al-Ain und Qamishli. Video-Sequenzen aus den Ortschaften zeigen auch am 15. Oktober schweren Artilleriebeschuss auf die Stadtzentren — offensichtlich leisten die Kurden noch immer Widerstand.

Im seit 2016 umstrittenen Frontabschnitt westlich des Euphrat hat das Rennen zwischen Türken und Asad-Truppen um den Ort Manbij eingesetzt, in dem US Special Forces lange den Überfall der Türken auf den kurdischen Stützpunkt verhinderten. Jetzt suchen Türken und Asad-Syrer ins Vakuum einzudringen.

US Truppen per Helikopter evakuiert

Die USA evakuieren ihre Spezialkräfte heliportiert nach Irak. Gemäss einem Armeesprecher ist ihr weiterer Einsatz noch offen:

  • Jordanien oder Libanon.
  • Oder zurück in die USA.

Der neue Chef der US Joint Chiefs of Staff, General Milley, sorgt persönlich für die sichere Rückkehr seiner Special Forces. Er führte darum mit seinem russischen Pendant, dem Generalstabschef Gerassimow, ein vertrauliches Telefongespräch, um Absprachen zu treffen.