Spaniens Elite – La Legión Española

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Emblem der Spanischen Legion.

Der folgende Beitrag ist dem spanischen Blog “Andalucía” entnommen.

Früher Fremdenlegion, heute militärische Elite

Fährt man auf der A-374 aus Ronda hinaus in Richtung Sevilla, so fällt in der Nähe der beiden Haarnadelkurven ein Wegweiser auf, der auf ein Campomento La Legión hinweist.

Dort befindet sich einer von vier Standorten der spanischen Elite La Legion Española. Diese Truppe wird oft in schwierige Auslandseinsätze wie in Bosnien, Haiti, Kroatien, Angola, Guatemala, Irak, Afghanistan befohlen. Drei weitere Standorte der Legion befinden sich in den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika sowie in Almería.

Siehe auch > Spanien: Frauen in Special Forces

La Legión Española.

Legionäre in Basra, Irak.

Gegründet wurde die Spanische Legion 1894. Nachdem Spanien die Insel Kuba an die USA verloren hatte, war es mit dem spanischen Weltreich vorbei. Als letzte Zuckung versuchte die spanische Regierung, das Sultanat Marokko zwischen Spanien und Frankreich aufzuteilen. Da hatten sie die Rechnung ohne die Rif-Kabylen im Atlas-Gebirge gemacht. Dessen Guerillakämpfer fügten den vom Kubakrieg demoralisierten spanischen Wehrpflichtigen herbe Verluste zu. So schienen 1919 die Tage der spanischen Armee in Afrika ebenfalls gezählt.

Da lernte der spanische Major José Millán Astray in Algerien die französische Fremdenlegion kennen. Er konnte den Kriegsminister überzeugen, dass Spanien eine eigene Fremdenlegion brauche. Unter Astrays Leitung wurden ausländische Abenteurer, Kleinkriminelle und Menschen, die mit ihrem Leben nicht zurecht kamen, für die spanische Legion geworben und im von beiden Seiten brutal geführten Rif-Krieg verheizt.

Milan Astray, Gründer der Legion.

Brutaler Rif-Krieg

Die ersten Freiwilligen begrüsste Astray mit den Worten: „Wisst ihr, warum ihr gekommen seid? Ihr seid gekommen um zu sterben… Es gibt nichts Schöneres als für den Ruhm und die Ehre Spaniens zu sterben.“

Unter den 13’000 im Rif-Krieg Gefallenen waren 2’000 Fremdenlegionäre. Nachdem die Spanier von den Rif-Kabylen an die Küste zurückgedrängt worden waren, wandte sich ihr General Abd el Krim sich 1925 gegen die Franzosen in Algerien. Das hätte er besser bleiben lassen, denn mit seinen 20’000 Berber-Kriegern stand er bald vereinten französisch-spanischen Streitkräften von 500’000 Mann gegenüber, die mit Panzern, Flugzeugen und Giftgasgranaten ausgestattet waren, und musste 1926 kapitulieren.

Gegner im Rif-Krieg: Berittene Berber.

Allerdings war der Anteil an europäischen Ausländern – anders als bei der französischen Fremdenlegion – ziemlich gering und beschränkte sich hauptsächlich auf Portugiesen. Die Mehrzahl der spanischen Legion rekrutierte sich aus Spaniern, Südamerikanern, West-Afrikanern und Marokkanern.

Als Franco 1936 den Bürgerkrieg begann, stützte er sich auf die afrikanischen Truppen der Legion. Während des Kriegs war der inzwischen zum General beförderte Astray einer der wichtigsten und brutalsten Heerführer.

La Legión hat ihre eigenen Riten:

  • Von Astray persönlich stammt der Schlachtruf der Legion Viva la Muerte (Es lebe der Tod). Neue Legionäre werden mit einem Skelett im Brautkleid abgelichtet, womit dargestellt werden soll, dass der Legionär mit dem Tod verheiratet ist. El Novio de la Muerte (Der Bräutigam des Todes) wurde zur Hymne der Legion.
  • Als Maskottchen dient ein mit einem Golddeckchen bedeckter Ziegenbock, der bei Paraden die Truppe anführen darf. Die Uniformen der Legion mit dem grünen Schiffchen und roten Kordeln erinnern an die Paradeuniformen der Falange Francos.
  • General Astray verlor bei Gefechten ein Auge. Dieses Auge wird von der Legion als Reliquie aufbewahrt.
  • Alle Mitglieder der Legion werden mit Caballero Legionario angesprochen.
  • Während der Semana Santa tragen Legionäre die schweren Heiligenbilder – nicht auf der Schulter, sondern auf dem ausgestreckten Arm.

Semana Santa: Legionäre tragen Heiligenbild auf ausgestreckten Armen.

Nur noch Spanier

Nach dem Tod Francos 1975 wurde die Legion aus der Sahara nach Spanien verlegt. 1986 beschloss das Parlament, dass keine Ausländer mehr für La Legión angeworben werden dürfen. Diese Regel wurde im Jahr 2000 aufgeweicht. Seither dürfen Ausländer, deren Muttersprache Spanisch ist, der Legion beitreten. Neuerdings werden auch Frauen in die Legion aufgenommen. Sie werden mit Dama Legionaria angesprochen.

Frauen in der Legion.

In Spanien geniessen die Mitglieder der Legion hohes Ansehen. Sie werden besser bezahlt als normale spanische Soldaten oder als französische Fremdenlegionäre.