Southfront: Präzise militärische Lagekarten

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Wieder ein problematisches Bild, von Armenien verbreitet. Armenier sollen den gegnerischen T-72 zerstört haben. Doch was soll die feindliche (erst noch verkehrte) Fahne am Panzer? So ziehen die Azeris nicht in Gefecht.

  • Zum Karabach-Krieg überlagert die Propagandaschlacht die militärisch sachliche Berichterstattung. Selbst die Schweizer TV-Tagesschau entdeckte am Samstag, 24. Oktober 2020, nach einem Kampfmonat Binsenwahrheiten wie den Spruch, das erste Opfer in einem jeden Krieg sei die Wahrheit – wir gratulieren zur überwältigenden Erkenntnis.
  • Einen Ausweg bietet der Dienst Southfront, der seit Jahren auch aus den vier failed states Libyen, Yemen, Syrien und Irak militärisch, nicht politisch übertönt, zu berichten sucht.
  • Was auffällt: Selbst Southfront verzichtet – im Unterschied zu den vier genannten arabischen Kriegen – auf tägliche Lagekarten. Das kann mit der erwähnten Propaganda-Verzerrung zu tun haben; oder mit dem Umstand, dass sich der azerische Vorstoss in Schüben, nicht ganz kontinuierlich vorwärts bewegt.

Geländegewinne an mindestens zwei Fronten

Es folgt eine erste Lagekarte vom 8. Oktober 2020.

Lage vom 8. Oktober 2020.

Das Bild zeigt zwei Schwerpunkte der Kampfhandlungen: Gefechte und – gemäss Southfront – azerische Vorstösse und Geländegewinne im Norden der langgezogenen Front (blau). Dunkelbraun die “Republik Nagorno Karabach”, gelb das Puffergelände in ihrem Besitz.”

Die zweite Lagekarte vom 19. Oktober 2020 fällt differenzierter aus:

Lage vom 19. Oktober 2020.

Nun unterscheidet Southfront in Farben:

  • Blau wie am 8. Oktober die ersten azerischen Vorstösse.
  • Violett Geländegewinne in einer weiteren Phase.
  • Rot ganz im Süden an der Grenze zu Iran die neueste Eroberung (oder Rückgewinnung im azerischen Wortschatz).