SOG: Politische Führung in der Krise

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Die SOG teilt am 12. März 2022 mit:

Die SOG erwartet politische Führung in Krisensituationen 

Die Chefin VBS, Bundesrätin Viola Amherd, und der Chef der Armee (CdA), KKdt Thomas Süssli, erwiesen der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) ihre Ehre in Frauenfeld.

Im Zentrum der Grussbotschaften standen die neuen Realitäten der Machtpolitik und die Konsequenzen für die Schweizer Armee. Sicherheit geht uns alle an und darf nicht zum Spielball der schweizerischen Innenpolitik werden. Corona hat uns vor Augen geführt, wie notwendig ein gutes Krisenmanagement ist. Die Machtprojektion durch Russland stellt unsere Sicherheitsordnung vor hohe Herausforderungen. Die SOG erwartet eine starke Führung von Politik und Armee. 

Der Thurgauer Oberst und SOG-Präsident, Oberst Dominik Knill, begrüsste knapp 180 Delegierte und Gäste im neu eröffneten Verpflegungszentrum der Kaserne Auenfeld in Frauenfeld. Er bedankte sich bei KKdt Hans-Peter Walser, Chef Ausbildung, die Delegiertenversammlung (DV) in einer militärischen Infrastruktur durchführen zu können. Dies zeige symbolisch die Nähe der Milizverbände zur Armee. Knill unterstrich die Notwendigkeit einer gut ausgerüsteten, ausgebildeten und alimentierten Milizarmee. Die heutige Armee funktioniert, Mängel sind erkannt und werden laufend verbessert. 

Bundesrätin Viola Amherd unterstrich in ihrer Ansprache vor den Schweizer Offizieren, wie wichtig eine gut ausgebildete und ausgerüstete Armee ist. Die aktuelle Situation in der Ukraine zeige eindrücklich, dass Konflikte weiterhin mit traditionellen militärischen Mitteln ausgetragen werden. Neue Bedrohungen wie Cyberangriffe, Desinformationskampagnen und Terroranschläge seien jedoch dazugekommen. Die Armee müsse in der Lage sein, im ganzen Spektrum hybrider Bedrohungen das Land und den Luftraum, die Bevölkerung und die Infrastrukturen wirksam zu schützen und die zivilen Behörden zu unterstützen. 

Korpskommandant Thomas Süssli gab seine persönliche Einschätzung zum Krieg in der Ukraine ab. Was in der Ukraine geschehe, entspreche dem, was im 2019 publizierten Bericht «Zukunft der Bodentruppen» beschrieben sei – die Parallelen seien offensichtlich. Er habe manchmal fast das Gefühl, der Bericht sei das Drehbuch für die Ereignisse in der Ukraine.

In seinem Grundsatzreferat umriss der Chef der Armee die grossen Herausforderungen: Die zu erwartende Abstimmung über das neue Kampfflugzeug F-35A, den ausgewiesenen Erneuerungsbedarf bei den Hauptsystemen der Bodentruppen sowie die Alimentierung der Armee. Der F-35 sei das mit Abstand beste Kampfflugzeug für die Schweiz. Nun gelte es, die Bevölkerung zu überzeugen. Dabei könne auch die SOG eine entscheidende Rolle spielen, so der Chef der Armee, der sich für die Unterstützung der Offiziersgesellschaften bedankte. 

Oberst i Gst Felix Keller, Waffenplatz Kommandant, dokumentierte, wie die VBS-Immobilienkredite von CHF 350 Millionen den Waffenplatz Frauenfeld über 10 Jahre aufwerten. Insbesondere das hochmoderne Rechenzentrum sichert eine schnelle Datenverarbeitung und den Schutz sensibler Informationen. 

Für die SOG hat die Beschaffung des F-35A oberste Priorität. Der Initiative aus dem Lager der linken Armeegegner gilt es die Flügel zu stutzen. Wichtige Beschaffungen für die Bodentruppen stehen in diesem Jahrzehnt an. Die Armee funktioniert nur als Gesamtsystem. Die Debatte über Dienstpflichtmodelle ist im Parlament angekommen. Die SOG setzt sich für eine starke Milizarmee ein, in der Männer und Frauen Dienst leisten.