Selensky entlässt den Chef des Geheimdienstes

Standard

 

 

In Kiew entliess Präsident Selensky am 145. Kriegstag, am 18. Juli 2022, den Chef des zivilen Geheimdienstes. Er stellte den seit 2019 amtierenden Iwan Bakanow ohne öffentliche Begründung frei. Gleichzeitig entliess der Präsident die Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa, auch das ohne publizierten Grund.

Bakanow kam vor drei Jahren als langjähriger Vertrauter von Selensky ins Amt. Selensky und Bakanow kennen sich von Kindsbeinen an, Der entlassene Geheimdienstchef gilt als Weggefährte und Freund Selenskys.

Generell schreiben Geheimdienstexperten der Ukraine in den ersten 145 Kriegstagen in Sachen Nachrichten einen spürbaren Vorteil zu. Ihre Armee sei den Russen stets einen Schritt voraus. Sie kenne gegnerische Verschiebungen, Stellungen, ja Absichten. Allerdings tragen neben dem zivilen Geheimdienst auch andere Instanzen zum Vorsprung bei.

  • An der Spitze ist die NATO zu nennen. Wie die FlightRadar-Bilder unseres Korrespondenten Hambach Tag für Tag beweisen, klären die USA, Grossbritannien und Polen die Front und die Etappe sehr sorgfältig auf. Sie liefern der ukrainischen Armee den Vorsprung, von dem diese erheblich profitiert.
  • Offenbar leistet auch der militärische Geheimdienst gute Arbeit. Der Chef der Defense Intelligence of Ukraine ist im Moment unbestritten. Die Ergebnisse seiner Aufklärung ergeben mit dem steten Nachrichtenfluss der NATO permanent ein gültiges Lagebild.
  • Immer stärker hilft im besetzten Territorium der örtliche Widerstand; mittlerweile beherrschen die Russen mehr als 20% des ukrainischen Staatsgebiets. Die Partisanen sind nahe an der Front und spähen die russischen Besatzer aus. Je stärker die Résistance wird, desto mehr wertvolle Meldungen fliessen nach Kiew.