Schweiz mit NATO – gegen Russland?

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Heinrichs Freis Phantasie: Schweizer Rafale (4. Generation) führt mit der NATO präventive Schläge gegen Russland. Wenn man den Stuss zu Ende denkt: Luftkampf über Smolensk gegen russische Suchoi-Jets (hier der Su-57, 5. Generation).

  • Den Leserbriefschreiber Heinrich Frei, Zürich, kennt jede Redaktion. Schon in meinen 20 Jahren bei der “Thurgauer Zeitung” stand Heinrich Frei auf dem Podest – in der Zahl der Zusendungen, nicht der Veröffentlichungen; er war auch kein Leser der Zeitung.
  • Jetzt schlägt Heinrich Frei gegen den Kampfjet zu. Im Tagi greift er zu diffusen Fragen und abenteuerlichen Behauptungen. Sie sind leicht zu widerlegen – gemäss dem Aufruf der Thurgauer KOG, wir sollten Stuss sachlich entegegentreten.

Bomben auf streikende Ausländer?

Frei: “Wer soll in der kleinen Schweiz bombardiert werden, mit neuen Jets, die mit doppelter Schallgeschwindigkeit fliegen können. Österreich, Liechtenstein?”

Unsinn, barer Unsinn, Herr Frei. Dass ein Rafale, wie Sie errechneten, in 8,5 Minuten quer über die Schweiz fliegt, hat mit Bomber-Missionen nichts zu tun, sondern mit dem ebenso wichtigen Auftrag, unseren Luftraum bewaffnet zu verteidigen. Dazu erfüllt der neue Jet Aufträge in der Luftaufklärung –  Missionen, die nur der bemannte Kampfjet erfüllen kann. Plus der Erdkampf, auf den die Bodentruppen seit 1994 warten (close air support).

Frei weiter im Text, immer noch bei Zielen, die der Kampfjet in seiner Phantastenwelt bombardiert: “Aufständische ausländische Arbeiter. die streiken? Irgendwelche Demonstranten, Klimaaktivisten?”

Da hauen sie unter die Gürtellinie, Herr Frei! Erstens würden der Bundesrat und die Armeeführung die 32 Jets nie und nimmer gegen Menschen im eigenen Land einsetzen. Zweites zeigt die Militärgeschichte, dass sich in Zeiten des Kriegs, in Zeiten der Not auch Minderheiten wie ausländische Arbeiter ruhig verhalten (bestes Beispiel: Israels Araber).

Zum Schluss überbordet Heinrich Frei: “Soll die Schweizer Luftwaffe einmal präventive Schläge mit der NATO gegen einen Feind im Ausland, in Russland führen?”

Da fliegen Schweizer im Verbund mit NATO-Piloten nach Smolensk und Rostow, um dort “präventiv” gegen russische Suchoi – Su-34, Su-35, Su-57 – Krieg zu führen! Die Vorstellung ist so abstrus, dass man am besten preussisch oder habsburgisch reagiert: “Tiefer hängen!”, “nicht einmal ignorieren!”. 

Fazit: Gefecht auf schlüpfrigem Terrain

  • Die Tagi-Redaktion bringt den Stuss – neben dem seriösen Leserbrief von Mark Itin, Stallikon. Es macht ihr nichts aus, offensichtliche Horror-Phantasien eines älteren Leserbriefschreibers zu publizieren.
  • Wenn solche Polemiken in der heissen Phase zur Regel werden, dann erwartet uns ein Abstimmungskampf auf schlüpfrigem  Terrain.