Russlands Chefspion: “USA versagten total”

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Der Staatssender RT: Links US Soldaten, rechts Narishkin.

Sergej Narishkin befehligt den russischen Ausland-Nachrichtendienst seit 2016. Selten tritt der Chefspion an die Öffentlichkeit. Am 26. September 2021 machte er eine Ausnahme. Auf dem Propagandasender RT verurteilte er die USA für deren Kabul-Debakel in aller Schärfe:

  • Auch wenn sie es nicht wahrhaben wollten, hätten die Vereinigten Staaten als Welt-Hegemon ausgespielt. In Afghanistan hätten sie komplett versagt. Sie hätten sich und die afghanische Armee sträflich über- und den Feind unterschätzt.
  • Narishkin wörtlich: “Es war ein schwerer Fehler, dass die USA in Afghanistan einen Staat aufbauen wollten. Präsident Biden hatte die korrekten Geheimdienst-Informationen. Aber er nahm diese nicht ernst. Die Wahrheit lautet: So sind die USA nicht mehr fähig, die Vormacht der Welt zu spielen.”
  • Amerika habe geglaubt, den Terror in Afghanistan besiegen zu können: “Das traf nicht zu.” Auch die NATO sei der Täuschung erlegen.
  • Zum Schluss rechnet Narishkin, der Spionage-Chef einer Grossmacht, deren Vorgängernation von 1979–1989 am Hindukusch selber eine Niederlage erlitt, mit den USA ab: “Die Amerikaner flohen aus Afghanistan und liessen Ruinen zurück: eine zerstörte Wirtschaft, Terroristen auf freiem Fuss, Konflikte zwischen den Stämmen, Drogen-Anbau und -Handel.”
  • Der russische Geheimdienst biete zur Kooperation mit der CIA Hand, damit sich ein derartiges Debakel nicht wiederhole.

Enger Putin-Vertrauter.

Wer ist Sergej Narishkin?

Der 67-jährige Sergej Narishkin kann die scharfe Attacke gegen die USA nur mit dem Placet Präsident Putins geritten haben. Der Maschineningenieur gehört zu Putins innerem Zirkel aus St. Petersburg. Von 2008–2012 war er Putins Stabschef und von 2012–2016 Präsident der Duma. Dann ernannte Putin seinen Vertrauten zum Chef der Auslandspionage.