Rätselhaft: Russlands neuer Kampfjet

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Wie schon beim “loyal wingman” Suchoi S-70 Okhotnik-B operiert Rostec auch zum neuen Kampfjet (oben) mit Zeichnungen und …

… geheimnisvollen, gleichzeitig aber provokativen Bildern, hier vom Schukowski-Flugfeld.

 

  • Am 20. Juli 2021 beginnt auf dem Schukowski-Flugfeld südöstlich von Moskau Russlands grösste Flugschau, die MAKS. Alle zwei Jahre präsentieren Firmen wie Suchoi, MiG, Iljushin, Tupolew ihre neuesten Produkte.
  • Am kommenden Dienstag soll der Staatskonzern Rostec den Schleier über einem geheimnisvollen Flugzeug lüften – raffiniert inszeniert, um die Welt zu beeindrucken, aber auch weiter rätseln zu lassen.
  • Wie die erfolgreichen Maschinen der Flanker-Reihe Su-27 bis Su-35 und der Superjet Su-57 soll das neue Modell von Suchoi kommen, von der Firma, die in Sachen Kampfjets dem Rivalen MiG den Rang abgelaufen hat. 
  • Der neue Jet soll angeblich den englischen Namen “Checkmate” (Schachmatt) tragen. Die deutsche Flugrevue, die dem Rätselflieger auf die Spur gekommen ist, wirft die Frage auf: Zielt Rostec schon auf Exportkunden? Unsere russischen Quellen können sich allerdings vorstellen, dass “Checkmate” einfach die Übersetzung des russischen Codes ist.
  • Auch wenn das deutsche Magazin noch im Dunkel tappt, lohnt sich die Lektüre des folgenden Textes. Die Gretchenfrage wird am Schluss aufgeworfen: “Welche Rolle hat Rostec dem Flugzeug zugedacht – günstige Light-Version des Su-57 oder doch Highend-Fighter?”

 

NEUER KAMPFJET AUS RUSSLAND 

Der Staatskonzern Rostec will auf der MAKS einen neuen Fighter präsentieren. Im Vorfeld zieht Rostec mit Salami-PR das Interesse auf sich, und zeigt ein erstes Foto des Jets. Auch ein Name kursiert bereits – ein ziemlich überraschender.

Rostec schürt die Neugierde

  • Ob es sich dabei nur um ein Mockup handelt oder doch schon um einen echten Prototypen, das lässt sich anhand der bislang publizierten Fotos schwerlich ausmachen. Erste Bilder aus Schukowski zeigen ein ganz in schwarzes Tuch gehülltes Flugzeug, von dem lediglich die Silhouette sich erahnen lässt. Mit laszivem Unterton heizt der Hersteller die Neugierde an: “Willst Du mich nackt sehen?”
  • Doch auch wenn der Jet wohl erst am Dienstag entblättert wird, sind bereits jetzt einige Eckpunkte des Designs erkennbar. So scheint es sich tatsächlich um einen einstrahligen Entwurf zu handeln, mit schräg gestelltem Doppelleitwerk, ähnlich wie es auch die F-35 von Lockheed Martin oder die Shenyang J-31 aus China besitzen.
  • Die Silhouette deutet ebenfalls Ähnlichkeit zur F-35 an und entspricht allgemein dem derzeit gängigen Design für Stealth-Kampfjets der fünften Generation. Außerdem scheint sich unter dem dunklen Tuch ein Einsitzer-Cockpit zu verbergen. Unklar ist noch, ob sich der Lufteinlass wie bei MiG-29 und Su-27 an der Rumpfunterseite befindet oder wie bei der F-35 seitlich verläuft. Die bislang ins Netz gestellten Fotos lassen beide Möglichkeiten zu.

Englischer Name für russischen Jet?

Überraschend ist derweil der Name, mit dem die bisher laufende PR-Kampagne das Flugzeug anteasert. Demnach hört das Projekt auf den englischen Namen “Checkmate” – also “Schachmatt”. Das klingt natürlich treffend für einen ambitionierten Fighter. Dass ein russischer Hersteller für seine Neuvorstellung jedoch einen englischen Namen wählt, macht stutzig.

Lässt sich daraus erahnen, dass Rostec mit dem Muster vielleicht weniger die eigene Luftwaffe als Nutzer im Blick hat, sondern vielmehr den Exportmarkt? Auch der – ansonsten eher nichtssagende – Werbefilm, den Rostec dieser Tage zu “The Checkmate” streute, scheint diese Annahme zu stützen. In dem kurzen Teaser sind Personen aus unter anderem Indien, den Arabischen Emiraten und Vietnam zu sehen – mögliche Exportkunden?

Ein neuer Kampfjet aus Russland, mit einem englischen Namen und lanciert mit einer aufs Ausland fokussierten PR-Kampagne. Was hat das zu bedeuten? Und welche Rolle hat Rostec dem Flugzeug zugedacht – günstige “Light-Version” der Su-57 oder doch eher Highend-Fighter? Die Fragen stehen im Raum, die Neugier ist geweckt.