Russland: Iskander-Manöver im Süden

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Iskander auf dem hochmobilen MZKT-7930 (tass).

Die russischen Iskander-Raketen in Kaliningrad trugen dazu bei, dass im Sommer 2019 der INF-Vertrag zwischen Russland und den USA platzte. Stets war bekannt: Russland stationiert nukleare Iskander nicht nur an der Westfront.

Dem informativen NACHBRENNER von Hptm Konrad Alder ist zu entnehmen, dass Iskander-Batterien nun ganz im Süden, bei Astrachan an der Wolga-Mündung, ein umfassendes Defensiv-Manöver durchführten. Astrachan liegt nahe am Kaspischen Meer und beherbergt das HQ der Kaspischen Flotille.

Astrachan liegt an der Wolga-Mündung zum Kaspischen Meer.

Wie der zuständige Militärdistrikt am 14. Dezember 2019 mitteilte, trainierten die Iskander-Batterien die Abwehr eines konventionellen Angriffs mit nuklearen Mitteln. Die Verlautbarung nennt ausdrücklichen den defensiven Einsatz von “Massenvernichtungswaffen”:

  • Bodentruppen brachten den gegnerischen Angriff zum Stillstand.
  • Dann zerstörten russischen Verbände die Feuerstellungen des Gegners.
  • Hernach schlugen sie für die Iskander-Batterien eine Bresche, durch welche die Raketentruppe ihre Feuerstellung erreicht.
  • Das Manöver dauert eine Woche. Nach offiziellen Angaben nehmen 1200 Mann teil mit insgesamt 300 Fahrzeugen, inkl. Panzer.

Iskander: Umstrittene Reichweite

Die Iskander-Stellungen im Raum Pravdinsk (Exklave Königsberg) ganz im russischen Westen brachten den ohne morschen INF-Vertrag zum Einsturz, weil sich die USA und Russland nicht über die Iskander-Reichweite einigen konnten. INF verbot in Europa die Raketen-Stationierung von Nuklearwaffen mit Einsatzdistanzen von 500–5500 Kilometern:

  • Russland beharrt darauf, dass die Iskander maximal 480 Kilometer erreicht.
  • Die USA beschuldigten Russland, die Iskander fliege mit ihren atomaren Sprengköpfen viel weiter und bedrohe von Kaliningrad aus u.a. Städte wie Berlin oder Kopenhagen.

Hochmobiles System

  • Das System Iskander ist auf dem geländegängigen MZKT-7930 montiert. Das Startfahrzeug trägt die Typenbezeichnung 9P78/9P78E. Das System ist hochmobil und schnell verlegbar.
  • Auf dem Dach des Fahrzeuges arbeitet eine Satellitennavigation-Antennengarnitur mit einem Empfänger für die Satelliten GLONASS und GPS.  Aus voller Fahrt ist Iskander in 16 Minuten schussbereit.