Russland 2: MiG-31K mit Kinshal in Kaliningrad!

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MiG-31K mit einer Ch-47M2 Kinshal. Deutsch heisst Kinsahl Dolch.

MiG-31K landet mit Kinshal in der Exklave Kaliningrad.

Siehe auch > Russland 1: Berijew-A100 klärt auf und MiG-31K – zerbrochen im Schnee

Für den Fall einer Ukraine-Invasion droht die NATO dem russischen Präsidenten mit “umfassenden Gegenmassnahmen.” Freilich gestand in Washington Joe Biden, eine militärische Intervention in der Ukraine seitens der USA sei nicht vorgesehen.

Was immer der Nordatlantikpakt unter “umfassenden Massnahmen” versteht, die russische Armee scheint sich umfassend auf die potentiellen Retorsionen einzustellen. Eine Stärke und Schwäche zugleich im Dispositiv ist die Exklave Kaliningrad am Baltischen Meer, ein Erbstück von Stalins Verhandlungen 1943 in Teheran und 1945 in Jalta. Gleichzeitig bietet Kaliningrad, das preussische Königsberg, eine vorgeschobene Position und einen gefährdeten, abgeschnittenen Stützpunkt.

Im Zeichen der angespannten Lage trifft der Generalstab am Ufer der Moskwa vorsorgliche Massnahmen. Für den Fall, das die NATO versucht, Kaliningrad komplett zu blockieren, fährt er die autonome Energieversorgung hoch.

Und aufhorchen lässt die Meldung:

  • Die Luftwaffe verlegte am 7. Februar 2022 mehrere MiG-31K mit Kinshal-Hyperschallraketen in die Exklave. Ein schärferes Signal könnte sie an die Adresse der NATO nicht geben.
  • Die MiG-31K ist die kawestierte MiG-31-Version, welche die Ch-47M2 Kinshal ins Gefecht führen und abschiessen kann. Kein anderes russisches Flugzeug ist dazu fähig, nur die MiG kann es.
  • Die Kinshal wiederum gehört zu Putins fünf Wunderwaffen, die er 2018 vor seiner Wiederwahl zum Präsidenten vorstellte. Sie soll mit Mach 10 fliegen und Ziele in grosser Distanz zerstören. Vor allem aber soll sie wegen ihrem Zick-Zack-Kurs schwer abzufangen sein.

Rares Bild: MiG-31K schiess Kinshal ab.

Gewaltige Dimensionen

Die Ch-47M2 Kinshal ist ein Superstars im Raketen-Arsenal der russischen Luftstreitkräfte. Das liegt zum Teil in ihren schieren Dimensionen begründet: Der Durchmesser der Luft-Boden-Lenkwaffe liegt bei rund einem Meter, in der Länge misst sie etwa sieben Meter. Das Gewicht der Kinshal soll über vier Tonnen betragen. Selbst unter dem Rumpf der wuchtigen Mikojan-Gurewitsch MiG-31K wirkt die Waffe riesig und schon allein deshalb bedrohlich. Die Kinshal ist konventionell und nuklear einsetzbar – fast möchte man sagen: versteht sich.

Vor allem aber ist die Kinshal brachial schnell: mit zehnfacher Schallgeschwindigkeit soll sie, einmal in der Luft ausgeklinkt, ihr Ziel anfliegen. Im Falle eines Angriffs würde sie dieses Ziel binnen Minuten erreichen. Da die Kinschal zudem auf einer semiballistischen Flugbahn unterwegs und manövrierfähig ist, bleibt der gegnerischen Luftabwehr wenig Zeit für eine Reaktion

Bewusste Warnung an die NATO

Angeführt von einer Tupolew Tu-154B-2 und eskortiert von mehreren Su-35 und Su-30SM starteten die Mig-31K in Solzy nach Tschkalowsk. Der schwedische Politiker Carl Bildt, Vizechef der Berliner Denkfabrik European Council of Foreign Relations, berichtet, die Hälfte” aller verfügbaren Kinshal-Träger sei in die russische Exklave verlegt worden.

Kaliningrad liegt in direkter Nachbarschaft zu den baltischen NATO-Staaten und zu Polen. Vom Kaliningrader Luftraum aus bekämpft eine in der Luft abgefeuerte Kinshal London, Paris, Rom und die meisten westeuropäischen Hauptstädte wie auch Ankara, die südöstliche NATO-Hauptstadt.

Die NATO verlegt derzeit Kampftruppen nach Polen und ins Baltikum.