Russen wollen deutsche Waffenfabrik

Standard

HK416 A5-11″, Kal. 5,56 mm x 45 NATO (h&k).

Heckler & Koch, beheimatet im schwäbischen Oberndorf am Neckar, ist Soldaten, Polizisten, Jägern und Waffensammlern ein Begriff: H&K stellt hochwertige Gewehre und Pistolen her.

Die deutsche Bundeswehr sucht Ersatz für ihr Sturmgewehr G36, eine leicht zu handhabende Waffe mit gutem Visier und feinem Druckpunkt. H&K liegt mit dem Gewehr HK416 A5-11″ (Kal. 5,56 mm x 45 NATO) gegen den Konkurrenten C.G. Haenel Defense in Suhl, Thüringen, im Rennen. Dieses soll im zweiten Quartal 2020 entschieden werden – mit einem Jahr Verspätung auf den Zeitplan.

Bedenken des Besitzers

Immer wieder greifen Russen nach H&K und dem Wissen und Können der Firma:

  • Als erster Russe scheiterte der Investor Jorge Sumin – nicht zuletzt wegen Bedenken gegenüber seiner Person. Zum Zeitpunkt des Angriffs auf H&K besass er in Russland die bedeutende Munitions- und Waffenfabrik KPSZ, die er seither verlor.
  • Ein zweiter Angriff kam von einer Investorengruppe, die Präsident Putin nahesteht und der darum ging, russische Waffenhersteller auf den neuesten Stand zu bringen. Der Besitzer von H&K, Andreas Heeschen, lehnte ab.

In Deutschland ein Politikum

Jetzt suchen erneut Offshore-Firmen, H&K zu erwerben. H&K ist mit einem Umsatz von 220 Millionen Euro und dem hohen Standard seiner Produkte in Deutschland ein Politikum:

  • Das Wirtschaftsministerium in Berlin muss einen Verkauf bewilligen. 
  • Ein Traktandum ist der Verkauf auch für das Verteidigungsministerium und den Bundestag.

Konkurrent in arabischem Besitz

Caracal (VAE) besitzt Haenel. Hier CMP9 SMG (caracal).

Dass das Gezerre um H&K in die Entscheidungsphase zum lukrativen Sturmgewehr-Auftrag fällt, verschärft die politische Brisanz:

  • Die Traditionsfirma H&K ist in deutschem Besitz und stellt schon das Standardgewehr G36 her.
  • Haenel gehört der arabischen Waffenfabrik Caracal International, die hinwiederum im Besitz via Staatskonzern Tawazun den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) unterstellt ist.

 “Kritisch prüfen”

Im deutschen Bundestag beobachtet die Opposition die Vorgänge um H&K mit Argus-Augen. Die FDP-Fraktion: “Das Ministerium muss alles kritisch prüfen und hinter jeden Baum schauen. Wer das genehmigt, trägt persönlich die Verantwortung, wenn das in die Hosen geht.”