Russen werfen Reserven in die Schlacht

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De russische Ortskommandant von Sewerodonezk, Alexander Nikischin, bringt eine erbeutete NATO-Panzerabwehrrakete in Sicherheit.

  • Die russische Führung wirft ihre Reserven in die Schlacht um Sewerodonezk. Der Kampf um die Stadt am Siversky Donezk dauert an. Die russischen Truppen rücken vor, doch die ukrainische Garnison leistet erbitterten Widerstand.
  • Unter den Reserven befinden sich Truppen des tschetschenischen Putin-Vertrauten und Machthaber Ramsan Kadyrow. Die russischen Streitkräfte setzen im Donbass mehrere Bataillone aus Tschetschenien mit Tausenden Bewaffneten ein. Am 20. Juni 2022 nimmt Kadyrow die Einnahme der Ortschaft Metjolkine südöstlich von Sewerodonezk für sich in Anspruch.

Lage im Asot-Chemiewerk wird kritisch

Die russische Truppen haben jedoch das weitgehend zerstörte Sewerodonezk immer noch nicht unter Kontrolle. Die Lage für ukrainische Zivilisten, die Zuflucht im Chemiewerk Azot gefunden haben, wird unterdessen kritisch. Sie wollten aber nicht evakuiert werden, sagte der Militärgouverneur des Oblast Lugansk, Serhij Hajdaj. Azot-Chemie ist in Sewerodonezk, was Asow-Stahl in Mariupol war – aber nicht komplett eingekesselt, weil über den Siversky Donezk noch immer Nachschub kommt.

Russland werfe jetzt alle seine Reserven in den Kampf, um Sewerodonezk und die Stadt Bachmut zu erobern, konstatierte Hajdaj zur militärischen Lage. Auch nach Angaben der Generalstäbe in Kiew und Moskau gehen die Kämpfe um Sewerodonezk mit unverminderter Härte weiter. Russlands traditionell starke Artillerie beschiesst das nicht besetzte Gelände im ehemaligen Verwaltungszentrum des Gebiets Lugansk mit schwerer 152-mm- und 203-mm-Geschützen und das Asot-Areal mit Mehrfachraketenwerfern Uragan 220 mm und Smrech 300 mm ein.

Vorstoss auf Slaviansk soll stocken 

In Richtung des operativen Teilziels Slaviansk versuche der Feind durch den Einsatz schwerer Waffen günstige Voraussetzungen für eine Offensive zu schaffen, heisst es im ukrainischen Lagebericht. Gleichzeitig betont die ukrainische Militärführung, dass russische gewaltsame Aufklärung im Gebiet Krasnopillja mit hohen Verlusten für die Angreifer endete. Der russische Vormarsch auf den Raum Slaviansk-Kramatorsk, in dem das Donbass-Hauptquartier der ukrainischen Streitkräfte liegt, stocke weiterhin.