Russen verlegen 1. und 2. Korps in den Oblast Donezk

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Southfront 4. Juli 2022. Die Lagekarte zeigt gelb den russischen Vorstoss über den schmalen Korridor hinaus, der lange nach Lysychansk geführt hatte. Der alte Korridor ist bereits braun markiert. Rote Flammen = Brennpunkte der Gefechte.

Zum Vergleich Southfront 3. Juli. Gelb markiert sind die russischen Geländegewinne in Lysychansk und im Korridor, der aus der Stadt ins offene Gelände führt.

Im Krieg unterstehen die russische Nationalgarde, die Milizen der illegalen “Volksrepubliken” Lugansk und Donezk und das Akhmat-Regiment des Tschetschenen Kadyrow militärisch der Armee. Oberster Soldat ist General Gerassimow, der Chef des Generalstabs. Den Frontbogen von Charkow nach Cherson befehligt Armeegeneral Zhidko. Ihm unterstehen im Donbass Generaloberst Lapin (zentraler Frontabschnitt) und Armeegeneral Suroviki (südlicher Abschnitt).

Für die Lugansker und Donezker ist russischer Befehl nicht neu. Schon im ersten Donbasskrieg führten russische Kommandanten den Kampf gegen die Ukraine, auch wenn sie das zu verheimlichen suchten. Jedermann weiss: Ohne die russische Armee hätten die Separatisten in ihren Provinzen nicht das Territorium erobert, das Präsident Putin nun so weit ausdehnen will, dass es die beiden Oblast in ihren amtlichen Grenzen von 2014 umfasst. Was Lugansk betrifft, ist dieses Ziel jetzt erreicht.

Die folgende Meldung betrifft das 1. und 2. Korps der Milizen. Sie stammt von Denis Pushilin, dem Chef der Donezker “Volksrepublik”. Donezk (DVR) stellt das 1. Korps, Lugansk (LVR) das 2.

Erkennbar die Lugansker Miliz mit ihren weissen Arm- und Beinbinden. Auch wenn sie einen “wilden” Eindruck macht – seit 2014 gewann sie militärische Erfahrung; und ihre Einheiten sind motiviert.

  • Die Befreiung des Territoriums der Republik Lugansk ermöglicht die Freistellung der beteiligten Kräfte, die bereits mit der Verlegung an die Donezker Front begonnen haben. Es handelt sich um das 1. und 2. Korps der Republiken. 
  • Die Einheiten des 1. Korps der DVR, die an der Befreiung des Territoriums der Republik Lugansk teilgenommen haben, werden zusammen mit den Einheiten des 2. Korps der LVR in Richtung Donezk verlegt, wo sie im Wesentlichen für offensive Operationen geplant sind. Mit dem Herannahen dieser neuen Kräfte soll sich die Situation im Oblast Donezk dramatisch ändern.
  • Wir befreiten die Gebiete im Oblast Lugansk gemeinsam, natürlich mit der Unterstützung der Russischen Föderation, ohne die dies nicht möglich gewesen wäre.
Neuer Auftrag
  • Jetzt stehen die alliierten Streitkräfte vor der Aufgabe, die Gebiete der Republik Donezk zu befreien und den Feind so weit wie möglich von ihren Grenzen zu verdrängen, um den Beschuss von Städten zu unterbinden.  
  • Wie bereits berichtet, entwickeln Einheiten der Alliierten eine Offensive in Richtung Siwersk–Bakhmut (Artemovsk)–Soledar. Sie suchen die sich zurückziehenden Einheiten der Streitkräfte der Ukraine in deren Verteidigungslinien zu schlagen.
  • Im Moment gehen Informationen ein, dass unsere Streitkräfte die Strasse Siversk–Bakhmut unterbrochen und Siversk von der Hauptverteidigungslinie abgeschnitten haben.  

Brennpunkt Siversk

So weit Pushilins Communiqué im Originalton. Zu den Erfolgsmeldungen von Abschnitt Siversk–Bahkmut fehlt eine zweite Quelle, geschweige denn eine neutrale Bestätigung. Wären die Russen in der Tat zur Verbindungsstrasse Siversk–Bakhmut vorgestossen, hätte ihre Offensive nach den zähen Gefechten in Sewerodonezk und Lysychansk ungeahnten Schwung aufgenommen. In den beiden Schwesterstädten wurde – gemäss General Zalushni, dem ukrainischen Oberbefehlshaber – “um jeden Meter” gekämpft. Und jetzt sollen die Angreifer in einem Tag offenes Gelände kilometerweise in Besitz genommen haben.

Siversk ist für die ukrainischen Verteidiger von taktischem Wert. Träfe es zu, dass das Städtchen abgeschnitten wurde, würde das die Ukrainer empfindlich schwächen; auch logistisch.