Russen: Tochka-U und BM-27 Uragan zur Front

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Tochka-U in Feuerstellung. Reichweite 185 km. Kaliber 300 mm.

Stalinorgel Uragan. 16 Rohre. Kaliber 220 mm.

Am 88. Kampftag, am 22. Mai 2022, erwecken die Frontmeldungen den Eindruck: Der russische Generalstab sucht mit aller Kraft die operative Initiative zurückzugewinnen, die ihm nach der Niederlage vor Kiew entglitten war. Die Kapitulation der letzten Asovstal-Verteidiger hatte für die Russen vornehmlich taktischen, symbolischen Wert. Seither ist die südliche Landbrücke von Perekop über Melitopol–Berdjansk–Mariupol nach Taganrog–Rostow am Don komplett.

Aber auf politischer, strategischer und operativer Stufe geht es den Russen derzeit um den Donbass und generell um die Zerstörung gegnerischer Infrastruktur, sei diese militärisch oder zivil. Ins Bild fügen sich Nachrichten, wonach die russische Führung ihr weit reichendes Feuer massiv verstärkt. Die neueste Information betrifft die Verlegung schwerer Feuermittel an die Grenze:

  • Zwei Bataillone 300-mm-Raketen 9K79 Tochka-U (NATO SS-21 Scarab)
  • Ein Bataillon 220-mm-Raketenwerfer BM-27 Uragan.

Die Meldung zu den zwei Tochka-U-Bataillonen ist auch politisch bemerkenswert: Nachdem im April im Bahnhof Kramatorsk zwei Tochka mehrere Dutzend Passagiere getötet und schweren Schaden angerichtet hatten, bekräftigte der Verteidigungsminister Shoigu: “Russland stellte Tochka-U gegen Ende des letzten Jahrzehnts ausser Dienst. Nur die Ukraine führt noch Tochka-U in ihrem Arsenal.”

Kramatorsk ist in der Hand der Ukraine und “beherbergt” deren Donbass-HQ. Die Verteidiger suchten dann anhand der Raktentrümmer zu beweisen, dass es russische Geschosse waren. Nun kommt – für Shoigu wie die Faust aufs Auge – die Nachricht von Tochka-Bataillonen an der Grenze.