Briten-Spion verrät eigenes Land

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Das Emblem des SWR, des russischen Auslandgeheimdienstes.

24. November 2021: Sergey Naryshkin (Mitte), der Chef des SWR, ein enger Putin-Vertrauter, an einer Feier in Moskau.

  • An der britischen Botschaft in Berlin überführte die Abwehr einen Russen-Spion, der als Ortskraft Zugang zu geheimen Daten hatte. Er spielte den Russen vorwiegend britisches Material zu.
  • Der SWR, der Dienst der Auslandaufklärung der Russischen Föderation, erhielt aber auch geheime britische Einschätzungen zu Deutschland.
  • Entschädigt wurde der Agent mit Bargeld.
  • Das deutsche Bundeskriminalamt und die britische Abwehr erwischten den Verräter gemeinsam. Der Spion ist britischer Bürger.
  • Grossbritannien bat Deutschland um die Auslieferung des Maulwurfs. Gemäss deutschen Quellen gibt der zuständige Generalstaatsanwalt dem Ersuchen statt. Die Übergabe findet nicht mehr – wie im Kalten Krieg – auf der Glienicker Brücke bei Potsdam statt, sondern im prosaischen Rahmen des 21. Jahrhundertes.

Das waren noch Zeiten, als die Sowjetunion und die Westmächte ihre Spione im Morgengrauen auf der Glienicker Brücke austauschten.

  • Der SWR, Sluschba wneschnei raswedki, Служба внешней разведки Российской Федерации, СВР, entstammt dem berüchtigten KGB der Sowjetunion. Er wurde 1991 gegründet und unterstand zuerst dem Jelzin-Vertrauten Jewgeni Primakow. Der amtierende Chef, Sergey Naryshkin, steht dem Präsidenten Putin nahe, der in der DDR die Residentur Dresden leitete.

Das HQ des SWR in einem Wald in der Nähe des Moskauer Autobahnrings (hinten).