Russen-Manöver 2021 > Drohnenkrieg

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Bayraktar-TB2-Drohne aus türkischer Produktion.

Die Redaktion dankt ihrem Wiener Korrespondenten Oberst i Gst Georg Geyer für eine Interview-Aussage des deutschen Oberstleutnants i Gst Michael Karl zu den russischen Manövern “ZAPAD 21”, die im September dieses Jahres stattfinden. Karl ist wissenschaftlicher Referent für moderne Kriegführung in der Denkfabrik der Bundeswehr.

  • Alle bisherigen Informationen deuten darauf hin, dass die Manöver im Militärbezirk West stattfinden – dieser geht von Belarus aus nach Norden an den baltischen Staaten vorbei bis nach St. Petersburg. Aber auch im Raum Woronesch wird geübt.
  • Zudem weiss man, dass in den Teilstreitkräften Marine, Luftwaffe und Heer nicht nur neue konventionelle Waffensysteme wie neue Artilleriesysteme, Panzer oder neueste Infanteriewaffen getestet werden, sondern auch ganz neue Waffensysteme.
  • Wir erwarten den Einsatz und Test neuester Drohnensysteme in den Bereichen Aufklärung und Kampf, aber auch Drohnenabwehr, und dies in allen Teilstreitkräften.

Manöver-Beobacher: Shoigu, Putin, Gerassimow.

“Eklatante Lücken”

  • Man muss wissen, dass Russland eine starke Modernisierung seiner Streitkräfte durchgeführt hat. Im Krieg um Berg Karabach hat Russland erkannt, dass es eklatante Lücken im Bereich der Drohnenentwicklung, aber auch im Bereich der Abwehr von Drohnen hat.
  • Natürlich waren russische Militärbeobachter vor Ort. Die Industrie hat die Weisung bekommen, die Erkenntnisse umzusetzen und entsprechende Systeme zu entwickeln. Wir gehen davon aus, dass ZAPAD 21 dazu dienen wird, neue Drohnentypen – in allen Kategorien, also Kampf, Beobachtung, Abwehr – zu testen.
  • Allein mit Belarus werden bis zu sieben Manöver stattfinden: Alle unter der Massgabe der neuen Bedrohungen und Chancen durch Drohnen. Bei “ZAPAD 21” wird sich – so die Erkenntnisse bislang – fast alles um den Einsatz von Drohnen und den elektronischen Kampf drehen.

Hyperschall: Avangard.

Avangard-Test.

Hyperschall Avantgarde

  • Russland forscht zudem an seiner Hyperschallwaffe Avantgarde. Ob sie während ZAPAD 21 zum Einsatz kommt, wissen wir nicht. Wie weit die russische Entwicklung diesbezüglich wirklich ist, ist ebenfalls unklar.
  • Aber: Bei der Avantgarde gehen wir davon aus, dass wir – sollte sie tatsächlich funktionieren – derzeit keine direkte Abwehrmassnahme haben: Eben weil sie so schnell ist. Vielleicht kann sie noch mit Radar aufgeklärt werden.
  • Hyperschallwaffen machen allerdings einen Schlingerkurs, so dass es sehr schwer ist, zu berechnen, welches Ziel sie im Visier haben. Das erschwert die Abwehr- und Schutzmaßnahmen enorm. Sie werden uns in der zukünftigen Kriegsführung noch beschäftigen. Darauf müssen wir uns einstellen.

Konventionelle Bilder von “ZAPAD 17”

Panzer, so weit das Auge reicht.

Konventionelle Attacke.